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Seebühne bleibt exklusiv

Bregenz (VN) - Die Bregenzer Festspiele wehren sich gegen Pop und Schlager auf der Seebühne im Premierenjahr.

In klingenden Worten wird die Seebühne als „Kronjuwel“ des Festspielhauses angepriesen: „Popgrößen wie Falco, Herbert Grönemeyer, Supertramp oder auch Elton John ließen es sich nicht nehmen, in dieser unvergleichlichen Atmosphäre aufzutreten. Nutzen auch Sie diesen Ort für Ihr Konzert oder Ihre Präsentation“, so steht es auf der Website des Festspielhauses in Bregenz. Veranstaltungsmanager Walter Egle, der etwa Supertramp auf die Seebühne brachte, würde genau dies gerne tun und auch im kommenden Jahr wieder Konzerte veranstalten. Nur: Er darf nicht. Denn die Seebühne ist an die Bregenzer Festspiele vermietet und deren Vorstand entschloss sich diese Woche, lediglich ein „Side-Event“ im Sommer zu genehmigen. „Das rechnet sich für mich nicht“, sagt Egle verärgert, der eigentlich drei Veranstaltungen im Sommer 2011 auf der Seebühne organisieren wollte. Den Aufbauarbeiten zur Oper wäre er nicht in die Quere gekommen, alle Konzerte sollten im Spätsommer stattfinden, wenn die Festspielgäste Bregenz längst wieder verlassen hätten.

„Exklusivität wahren“

Michael Diem, der als Festspielhaus-Geschäftsführer und kaufmännischer Direktor der Festspiele gleich zwei Funktionen inne hat, verteidigt die Entscheidung: „Es bleibt alles, wie es war: Im Premierenjahr gibt es keine Nebenveranstaltungen, weil die Seebühne im ersten Jahr nur den Festspielen zur Verfügung steht. Wir müssen die Exklusivität wahren.“ Für ein einzelnes Konzert würde man jedoch eine Ausnahme machen, allerdings nicht öfter. „Damit das Spiel auf dem See einzigartig bleibt.“ Auf dem Vorplatz wären alle Veranstaltungen willkommen. Wer auf die Seebühne darf, entscheiden die Festspiele, nicht das Festspielhaus. Denn: „Die Seebühne wird vom Festspielhaus ganzjährig an die Festspiele vergeben, deshalb ist es ihre Entscheidung, ob noch andere Veranstaltungen stattfinden. Sie werden ihre Gründe haben, wir akzeptieren das“, sagt Gerhard Stübe, zweiter Geschäftsführer des Festspielhauses.

Egle kann das indes nicht nachvollziehen. Schließlich wolle er auf der Seebühne keine Opern veranstalten. Zucchero, Söhne Mannheims und ein Schlagerfestival hatte er im Sinn. Von knapp 100.000 Euro Miete bei drei Konzerten spricht er. Laut Stübe würde davon knapp über ein Viertel dem Festspielhaus tatsächlich übrig bleiben, ein Teil davon an die Festspiele – die mit Steuergeld subventioniert werden und zudem gerade den Hauptsponsor IBM verloren haben – fließen. „Dazu kommen 50.000 Euro Vergnügungssteuer. Ich verstehe nicht, wie das Festspielhaus und die Stadt Bregenz auf dieses Geld einfach verzichten können“, sagt Egle.

Michael Rauth, Bregenzer ÖVP-Stadtrat und Festspielhaus-Aufsichtsratsvorsitzender rechtfertigt: „Man verzichtet nicht gerne auf Einnahmen. Aber man muss es im Ganzen sehen und die Marke Festspiele schützen. Da sind wir restriktiv.“

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