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Section Control auf der S 16 wackelt

Die automatische Geschwindigkeitsüberwachung für die Arlbergschnellstraße S 16 ist budgetiert, doch nun stellt Landesrat Manfred Rein in den "Vorarlberger Nachrichten" die Sinnfrage.

Der Grund: Wie exklusiv berichtet, bezahlt bereits heute ein Drittel der deutschen Temposünder die Vorarlberger Radarstrafen nicht. „Section Control macht auf der S 16 nur dann Sinn, wenn wir auch die deutschen Raser erwischen – vielleicht wäre es stattdessen besser, mit mehreren Radarboxen auf der S 16 von vorne zu blitzen“, so der Verkehrslandesrat. Weil in Vorarlberg generell – außer in Alberschwende und Mäder – von hinten geblitzt wird, halten Radarfotos vor deutschen Behörden nicht. Temposünder sind nicht persönlich zu erkennen und können abstreiten, selbst gefahren zu sein.

Schweizer zahlen

90 Prozent der Radarkunden auf der S 16 sind Ausländer. „Die meisten Nichtzahler kommen aus Deutschland, obwohl es das einzige Land ist, mit dem wir ein Strafverfolgungsabkommen haben“, sagt Bernd Müller von der BH Bludenz. Theoretisch könnten also auch Schweizer oder Liechtensteiner nicht zahlen. „Doch mit diesen Ländern funktioniert die Lenkererhebung über die Kantonspolizei reibungslos, fast jeder zahlt“, so Müller. Ab 2007 können Geldstrafen dann EU-weit eingetrieben werden – in Deutschland aber eben auch zukünftig nur mit Frontfotos.

„1,5 Millionen Euro sind im 2005er-Budget der ASFINAG für eine Section-Control-Strecke auf der S 16 zwischen Braz-West und Dalaas fix vorgesehen“, so Rein. Diese Lösung hätte den Vorteil, dass ein ganzes Straßenstück überwacht würde – in beiden Richtungen. „Wenn ein Lenker zu schnell in die erste Messung fährt, zahlt er. Wenn dann auch noch die Durchschnittsgeschwindigkeit am Ende der Strecke zu hoch ist, zahlt er ein zweites Mal“, erklärt Rein. Im Sinne der Verkehrssicherheit sei das ein Vorteil, da späteres Abbremsen nicht vor Strafe schütze.

Von hinten – von vorne?

Bisher zeichnet die in Ostösterreich eingesetzte Section-Control-Technik Autos von hinten auf. „Bei unserem Anteil an deutschen Gästen ist das absolut sinnlos“, stellt Rein klar. Derzeit lässt er prüfen, ob die Section Control auch von vorne kann. „Sonst drehen wir eben die Radarboxen um, statten sie mit neuer Digitaltechnik und Onlineverbindung zur BH aus“, sagt der Verkehrslandesrat. Auf jeden Fall würden die budgetierten Mittel in diesem Jahr auf der S 16 investiert. „Unsere Bürger werden zur Kasse gebeten, die anderen zeigen uns die lange Nase. Das ist nicht im Sinn des Gleichheitsgrundsatzes“, sagt Rein.

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