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Sechseinhalb Jahre Haft für Gentleman-Dieb

Jahrelang hatte ein 38-jähriger mit derselben Methode Erfolg - er schlich sich während der MIttagspause in leere Büros und machte sich auf die Suche nach Brieftaschen - er machte 200.000 Euro Beute.

Sechseinhalb Jahre Haft verhängte am Donnerstag ein Schöffensenat im Wiener Straflandesgericht (Vorsitz: Gerhard Pohnert) über einen gerissenen Einschleichdieb. Mita T. (38) war jahrelang nach derselben Methode vorgegangen: Während der Mittagspause schlich er sich in leer stehende Büros und durchwühlte Sakkos und Mäntel nach Brieftaschen. Der Mann machte fette Beute: Der inkriminierte Schaden belief sich auf 200.000 Euro. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Räuber fiel dreieinhalb Jahre lang niemandem auf


Da der Täter stets in noblen Business-Anzügen auftrat und mit einer eloquenten Redeweise zu beeindrucken vermochte, machte es nichts, wenn er das eine oder andere Mal beim Stehlen gestört wurde. Er erklärte dann einfach, er habe ein Vorstellungsgespräch und sei offensichtlich zu früh dran. So konnte er fast dreieinhalb Jahre lang unbehelligt weiter werken, ehe am 7. September in einer EDV-Firma in Wien-Favoriten doch die Handschellen klickten.


Vor Gericht bekannte sich der „Gentleman“-Dieb umfassend schuldig. Angesichts von elf Vorstrafen und dem Umstand, dass er zuletzt vier Jahre für genau dieselbe Masche im Gefängnis verbracht hatte, brauchte er ein Geständnis „wie einen Bissen Brot“, wie sein Verteidiger formulierte. Theoretisch wären bis zu zehn Jahre Haft möglich gewesen.


Der Mann hatte ursprünglich die Baufirma seines Vaters übernommen. Dass er sich damit auch enorme Verbindlichkeiten aufgebürdet hatte, bemerkte er erst später. Seine Schuldner hätten ihn schließlich sogar bedroht, erklärte er in der Verhandlung.


Also kam der gebürtige Serbe auf die Idee, jeweils für sieben bis zehn Tage nach Wien zu reisen um hier als „Langfinger“ einen Ausweg zu suchen. Er habe möglichst viel stehlen müssen, weil er sich nicht getraut hätte, ohne Geld heimzukommen, meinte er. „Wann hätten Sie denn aufgehört?“ wollte der Vorsitzende wissen. Die Privatschulden seien praktisch schon getilgt gewesen, erwiderte der Angeklagte: „Es waren nur mehr Bankschulden da. Und die waren mir egal.“


Die Banken machten es dem Mann auch recht einfach, seine Beute zu Geld zu machen. Denn an unmittelbar Barem waren ihm insgesamt vergleichsweise geringe 7.200 Euro in die Hände gefallen. Allerdings machte er ungeniert von den erlangten Bankomat-Karten Gebrauch: Er marschierte in die entsprechenden Filialen, fälschte die Unterschriften und ließ sich Beträge von bis zu 20.000 Euro ausbezahlen. In keinem einzigen derartigen Fall wurde die Unterschrift nachgeprüft und dem Mann die verlangte Summe verweigert.

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