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Sechseinhalb Jahre Haft für Millionenbetrüger

Feldkirch - Ein 53-jähriger Vorarlberger ist am Mittwoch nach sieben Verhandlungstagen am Landesgericht Feldkirch wegen gewerbsmäßigen schweren Betrugs zu einer Haftstrafe von sechseinhalb Jahren verurteilt worden.
"König lebt in eigener Welt"
Endspurt im Betrugsprozess
Amerikaner will elf Millionen Dollar zurück
Gutachten wurde eingeholt
Zweiter Verhandlungstag
Prozess hat begonnen
Die Opfer als Zeugen
Bilder aus dem Gerichtssaal
Josef König vor Gericht

Der gebürtige Feldkircher soll ein Dutzend Anleger aus Deutschland, der Schweiz, der Türkei und den USA um insgesamt viereinhalb Millionen Euro geprellt haben. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Sieben Tage lang, verteilt über drei Wochen, verhandelte der Schöffensenat des Landesgerichts. Der 53-Jährige beteuerte bis zuletzt, dass er nie jemanden vorsätzlich habe betrügen wollen, sondern selbst Opfer von kriminellen Hintermännern geworden sei. “Der Angeklagte hielt nie, was er den Anlegern versprochen hatte”, brachte Staatsanwalt Reinhard Fitz im Schlussplädoyer die Vorgangsweise des mutmaßlichen Betrügers auf den Punkt. Weiters empfahl ihm der Anklagevertreter ein “Handbuch der Ausreden” zu verfassen.

Verteidiger Christoph Rümmele plädierte an die Schöffen, sich den Fall genauer anzusehen. Sein Mandant habe in seiner eigenen Welt gelebt. Außerdem zitierte Rümmele das Gutachten von Gerichtspsychiater Reinhard Haller, der dem Angeklagten einen mangelnden Realitätsbezug attestierte.

In den frühen Nachmittagsstunden des Mittwoch verkündete Vorsitzende Angelika Prechtl-Marte nach mehrstündiger Beratung das Urteil. Der 53-Jährige muss für sechseinhalb Jahre hinter Gitter, zudem wurde er zu einer Schadens-Rückzahlung verurteilt. Der Mann muss an mehrere Geschädigte 267.300 Euro bezahlen. Ein US-amerikanisches Opfer bekam außerdem 80.000 US-Dollar (53.040 Euro), ein Schweizer Geschädigter 56.000 Schweizer Franken (37.098 Euro) zugesprochen. Opfer, die bei diesem Zuspruch nicht oder nicht ausreichend berücksichtigt wurden, müssen über den Zivilrechtsweg versuchen, ihr Geld zurückzubekommen.

Mildernd wertete das Gericht die eingeschränkte Zurechnungsfähigkeit des Mannes, das lange Zurückliegen der Straftaten und, dass eine der Taten beim Versuch geblieben ist. Erschwerend waren hingegen die Vorstrafen, die hohe Schadenssumme und der lange Tatzeitraum. Bei einem Strafrahmen bis zu zehn Jahren hielt der Senat sechseinhalb Jahre für angemessen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der Fall des mutmaßlichen Vorarlberger Betrügers hatte während längerer Zeit für Schlagzeilen gesorgt, weil der Angeklagte sich vor dem ursprünglich im Juni 2008 angesetzten Prozess nach London absetzte. Dort nahmen ihn die britischen Behörden im August fest, setzten ihn aber gegen Kaution auf freien Fuß. Nachdem die Auslieferung nach Österreich offenbar kurz bevor stand, machte sich der Feldkircher Mitte März dieses Jahres erneut aus dem Staub, ehe seine Flucht im April in Nizza zu Ende ging.

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