Sechs Fakten zum Stadtmuseum Dornbirn

Dornbirn - In dem alten Bürgerhaus zwischen Rathaus und Marktplatz findet sich neben dem Stadtarchiv auch das Stadtmuseum. Die derzeitige Sonderausstellung behandelt die Gemeinsamkeiten "fremder" und "heimischer" Brauchtümer.
Das Stadtmuseum Dornbirn

Das Gebäude

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Errichtet wurde das Lorenz-Rhomberg-Haus im Jahre 1796 von Josef Anton Lanter, einem Dornbirner Fabrikanten und Gemeindeamann (Bürgermeister). Das zuvor hier stehende Holzhaus wurde abgetragen und in der Waibelstraße neu aufgebaut, um Platz für den Neubau zu schaffen. Finanziert wurde der Bau jedoch weniger von Lanter, sondern von seiner Schwiegerfamilie, den Stauders. Während des zweiten Koalitionskrieges gegen Frankreich 1799 wurde es für zwei Wochen zum Wohnsitz des russischen Feldmarschalls Alexander Suworow. Nach Lanters Tod fiel es an die Familie Rhomberg. 1958 verkaufte es Lorenz Rhomberg an die Stadt Dornbirn.

Das Museum

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Das Stadtmuseum selbst gibt es erst seit 1997. Während sich im Erdgeschoss das Dornbirner Stadtarchiv befindet, erstreckt sich das Stadtmuseum über die restlichen vier Stockwerke des Bürgerhauses. Im ersten Stock finden sich die aktuellen Sonderausstellungen, im zweiten wie in den beiden Dachstockwerken die Daueraussstellung des Museums. Naturgemäß konzentriert sich das Stadtmuseum auf die Geschichte der Gemeinde und ihrer Region.

Die Sammlung

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Dies schlägt sich auch in der Sammlung des Museums nieder – die überraschend umfangreich ist. So kommt man auf mehrere hunderttausend Objekte. Mit ein Grund dafür ist die frühere Dornbirner Textilindustrie. Allein die Sammlung von hier produzierten Textilien kommt laut Direktor Hanno Platzgummer auf gut 500.000 Muster. Hinzu kommen Dokumente, Kunstwerke und weitere Objekte wie Modelle und Alltagsgegenstände.

Besucherzahlen

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Jährlich besuchen zwischen 10.000 und 12.000 Personen das Stadtmuseum der größten Vorarlberger Stadt. Schwankungen gibt es aufgrund der Sonderausstellungen, die unterschiedlich stark besucht werden. Zu den erfolgreicheren zählt Platzgummer die Ausstellungen zu den Christbäumen und die aktuelle “Fremd” zu den Gemeinsamkeiten von Bräuchen der verschiedenen Gruppen am Beispiel der türkischstämmigen Muslimen und den heimischen Bräuchen.

Fremd in der Fremde

Entstanden ist die aktuelle Sonderausstellung aus einem Seminar der europäischen Ethnologie an der Universität Innsbruck. Personen mit Migrationshintergrund nehmen sich meist nicht als “fremd” wahr, sondern als vollwertiger Teil der Gesellschaft. Die Frage war daher, wie unterschiedliche Gruppen am Beispiel Christen und Muslime gemeinsam feiern können, ohne das eine Seite ihre Identität aufgeben muss. Dies gelänge beispielsweise an Schulen, in dem man das Gemeinsame der unterschiedlichen Feiern betone. So habe eine Volksschule das christliche Martinsfest mit dem muslimischen Aschura-Speisung verknüpft, da beide die Nächstenliebe und Unterstützung der Armen betonen.

Tel Kirma

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Verbunden wird die Ausstellung mit einer Präsentation der orientalischen Stickereikunst Tel Kirma. Bei dieser werden statt Fäden Metalldrähte für die Stoffstickerei benutzt. Am Ende der Strickarbeit wird der Draht mit der Hand gebrochen, worauf sich auch der Name bezieht. Entstanden ist diese orientalische Strickkunst im 17. Jahrhundert an der türkischen Schwarzmeerküste. Die bestickten Stoffe wurden oft als Mitgift genutzt – und sind heute sowohl den Vorarlbergern und Personen mit türkischer Herkunft unbekannt und fremd.

 

Bilder: VOL.AT/Rauch

 

 

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