Schwerpunktkrankenhaus Feldkirch - Neues Gerät zur Strahlentherapie im Einsatz

Krebsbehandlung auf internationalem Spitzen-Niveau – Gesamtprojekt bis Mitte 2009 abgeschlossen.

Nach dem erfolgreichen Probelauf im Juni ist er nun im Vollbetrieb: Der neue Linearbeschleuniger am Landeskrankenhaus Feldkirch arbeitet reibungslos und ermöglicht die punktgenaue Bestrahlung bei Patienten mit Tumorerkrankungen. „Das Gerät erfüllt modernste Standards und sorgt dafür, dass Vorarlberg hinsichtlich der kurativen Therapiemöglichkeiten von Krebserkrankungen auf höchstes internationales Niveau aufschließt“, freut sich der Vorstand der Strahlenmedizin Prim. Doz. Dr. Alexander De Vries.

Bei der Strahlentherapie werden hochenergiereiche Strahlen zur Behandlung von bösartigen und gutartigen Geschwülsten (Tumoren) eingesetzt. Die Strahlen werden von einem so genannten LINAC (von engl. Linear Accelerator) erzeugt. So können Tumore in fast allen Bereichen des Körpers therapiert werden.

Mehr Genauigkeit, weniger Nebenwirkungen

Seit rund 15 Jahren sind in Feldkirch zwei Linearbeschleuniger im Einsatz. Parallel dazu konnte nun nach rund einjähriger Bauzeit, in der nicht nur ein strahlensicherer Behandlungsraum mit knapp zwei Meter dicken Stahlbetonwänden eingerichtet, sondern auch alle anderen Räumlichkeiten der radioonkologische Abteilung umgestaltet wurden, der neue LINAC in Betrieb gehen. Dieser bringt einen deutlichen therapeutischen Gewinn für die Patienten: Durch den neu entwickelten Strahlenauslass („Beam-Modulator“) ermöglicht das Bestrahlungssystem eine wesentlich genauere Anpassung an den Tumor, was die Nebenwirkungen für den Patienten merklich verringert. Zudem überprüft ein integriertes Computertomographiegerät („Cone-Beam-CT“) die exakte Lage des Patienten, des Tumors sowie des gesunden Gewebes und optimiert mit Hilfe einer speziellen Software, die erhobene Bild- und Bestrahlungsdaten im Millisekundenbereich vergleicht und notwendige Korrekturen errechnet, die Genauigkeit der Bestrahlung. Dadurch wird der Krebsherd gezielter bestrahlt und gesundes Gewebe im Umfeld des Tumors besser geschont. „Mit den nunmehr möglichen neuen Bestrahlungstechniken kann der so genannte Sicherheitssaum um den Tumor praktisch halbiert werden“, erklärt De Vries.

Zweiter neuer LINAC bis Ende 2008

Schon in Kürze wird im Gegenzug zur Inbetriebnahme des neuen LINAC eines der älteren Geräte abgeschaltete und demontiert. Gleichzeit laufen die Vorbereitungen für die Installation eines zweiten LINAC der neuesten Generation, die bis Ende des Jahres erfolgen soll. Dieses Gerät ist notwendig, um bei steigenden Patientenzahlen den größeren technischen Aufwand mit all seinen Vorteilen allen Patienten zukommen zu lassen. „Ein zweiter hoch moderner LINAC sorgt für Behandlungssicherheit und beste Versorgung aller Patienten für die nächsten 15 bis 20 Jahre“, erklärt der Geschäftsführer der Krankenhaus-Betriebsgesellschaft Dir. Dr. Gerald Fleisch.

Strahlenzentrum bis Mitte 2009 fertig gestellt

Nach Abschluss der noch notwendigen Zu- und Umbaumaßnahmen wird schließlich Mitte 2009 das neue Strahlenzentrum am LKH Feldkirch offiziell eröffnet werden. „Wir können dann unseren Patienten, aber auch allen hier beschäftigten Mitarbeitern eine der modernsten Strahlenabteilung der Welt bieten, die sich nicht nur durch die einzigartige Ausstattung, sondern auch durch ein angenehmes Ambiente auszeichnet“, so Fleisch. Ausschlaggebend für die ansprechende Atmosphäre sei nicht zuletzt die Tatsache, dass es dem interdisziplinären Planungsteam gelungen ist, alle Arbeits- und Patientenräume mit Tageslicht zu versehen: „Dies ist für eine Strahlenabteilung, die in den meisten Kliniken in düsteren Kellergeschossen angesiedelt ist, tatsächlich einzigartig“, sind sich die Verantwortlichen einig.

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