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Schwerer Schicksalsschlag

Die 33-jährige Nursel Colak weiß nicht mehr weiter: ihr bescheidener Besitz in der Türkei ist durch das Erdbeben zerstört, die Bleibe in Dornbirn wird abgerissen. [3.9.99]

Derzeit
arbeitlos, steht sie mit ihrer siebenjährigen Tochter buchstäblich auf der Straße, wenn sie die Kosten für Kaution und Vermittlung einer in Aussicht
gestellten Wohnung in Dornbirn nicht aufbringen kann. “Wir wissen nicht
recht, was nun werden soll.”

Gleich zwei Schicksalsschläge trafen in den vergangenen Wochen die junge
türkische Mutter. Ihre kleine Wohnung in der Türkei wurde durch das
verheerende Erdbeben total zerstört, und hier in Vorarlberg muss die
mittellose Frau eine neue Bleibe suchen, da ihr bisheriges Heim in den
nächsten Tagen abgerissen wird.

Ein Grund für ihre schlimme finanzielle Situation ist, dass sie ihr
Erspartes in den Kauf einer kleinen Wohnung in der Türkei investiert hat.
Der geplante Verkauf der Immobilie, der ihr die notwendigen Mittel für
einen Neuanfang in Dornbirn verschafft hätte, ist nicht mehr möglich, da
das Haus durch das Erdbeben unbewohnbar wurde.

Die Folgen der Katastrophe
bekam die Mutter von Nursel Colak am eigenen Leibe zu spüren. “Sie war
gerade im Erdbebengebiet auf Heimaturlaub. Als alles um sie herum
einstürzte hatte sie noch Glück im Unglück, denn sie kam mit leichten
Verletzungen davon”, erzählt sie.

Auch in Österreich wurde die junge Frau in den letzten Jahren vom Schicksal
nicht gerade verwöhnt. “Die Bemühungen um die österreichische
Staatsbürgerschaft scheiterten immer wieder am zu geringen Einkommen.”
Trotzdem ist Nursel Colak stolz darauf, bisher noch nie Arbeitslosengeld
bezogen zu haben.

Von Hans Guenter Pellert

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(Bild: APA)

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