Schwerer Betrugsfall: Anleger um eine Million Euro geprellt

Geld der Anleger nach Zypern überwiesen.
Geld der Anleger nach Zypern überwiesen. ©BilderBox/Symbolbild
Feldkirch - Das Vorarlberger Landeskriminalamt hat einen 56-jährigen Mann aus Hohenems wegen des Verdachts des schweren Betruges und Vergehens nach dem Kapitalmarktgesetz verhaftet. Der Vorarlberger soll gemeinsam mit mehreren deutschen Partnern Anleger mit Investmentgeschäften um mehr als eine Million Euro betrogen haben.

Seit Ende 2010 boten die Tatverdächtigen über Unternehmen, die unter dem Namen “Forextrading” mit Adressen auf Zypern, den Seychellen und Liechtenstein firmierten, Veranlagungen an. Die Kunden gaben den Firmen Beteiligungsdarlehen, die einen versprochenen monatlichen Gewinn von 4,5 bis 6 Prozent bringen sollten.

Anleger-Gelder an Mittäter gezahlt

Die Kundengelder wurden jedoch laut dem derzeitigen Ermittlungsstand nicht für Devisen-Tradings verwendet, sondern über Zypern an die deutschen Mittäter transferiert. Bedenken der Kunden nach Warnmitteilungen der Finanzmarktaufsicht in Wien (FMA) wie der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) räumten die Betrüger laut Polizei mit dem Hinweis aus, die Aufsichtsbehörden seien zu diesen Warnungen gar nicht befugt.

Hohenemser in U-Haft

Der 56-jährige Vorarlberger galt als “Hauptansprechpartner” im deutschsprachigen Raum, beim Landeskriminalamt wird er laut einem Ermittler als Beitragstäter geführt. Nach Angaben der Polizei vermittelte er die Geschäfte und nützte dazu teilweise ein aus seinem Hauptberuf bestehendes Vertrauensverhältnis aus, obwohl er nicht zur Vermögensberatung berechtigt war. Der 56-Jährige wurde am 5. April festgenommen und in die Justizanstalt Feldkirch eingeliefert, wo er in Untersuchungshaft sitzt.

In Vorarlberg habe es mehrere Vermittler gegeben, die ebenfalls keine Berechtigung für Anlagegeschäfte besaßen. Als Haupttäter gelten zwei bis drei im Ausland lebende Deutsche. Ob die Gelder sichergestellt werden können, war vorerst offen. Ein Teil dürfte verloren sein, so Wintersteiger.

Anleger aus dem deutschsprachigen Raum

Bei den Anlegern handelt es sich laut Lka um Personen aus ganz Österreich, der Schweiz, Liechtenstein und Deutschland. Darunter seien Pensionisten, die teilweise ihr gesamtes Erspartes in die Geschäfte investierten. Die Anleger bezahlten Einmalbeträge, in einem Fall sogar über 100.000 Euro, oder leisteten monatliche Zahlungen im Rahmen eines Rentenmodells. Wie viele Geschädigte es gibt, ist laut Lka derzeit noch schwer abschätzbar. Man rechne damit, dass sich weitere Opfer melden.

APA

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