Schwere Vergewaltigungs-Vorwürfe gegen 39-Jährigen: Prozess

Feldkirch - Er ist unbescholten, macht einen seriösen, ruhigen Eindruck und arbeitet in einer gehobenen Position. Was ihm die Staatsanwaltschaft vorwirft, wiegt schwer und ist im Falle eines Schuldspruches mit einer empfindlichen Freiheitsstrafe sanktioniert.

Zunächst seien Opfer und Täter ein Paar gewesen, dann habe der Beschuldigte seine Partnerin beim Sex mit der flachen Hand geschlagen. Sie habe blaue Flecken davongetragen und dezidiert gesagt, dass sie nicht so grob behandelt werden wolle. Als ihm – im Gegensatz zur Freundin – wieder einmal nach dieser Form von Sex war, wollte die Bedrängte durch Wegkrabbeln flüchten, der Täter habe sie festgehalten und gezwungen den Geschlechtsverkehr über sich ergehen zu lassen – so sieht es die Staatsanwaltschaft. „Ein Dreivierteljahr dauerte das Martyrium, die Frau hat schwere Folgen davongetragen“, behauptet zumindest die Anklage.

Vergewaltigungsprozess: Widersprüche?

Ganz anders legt die Gegenseite den Fall dar. „Es geschah nichts gegen den Willen der Frau, die sich im Übrigen in unzählige Widersprüche verwickelte. Das Beweisverfahren wird ergeben, wie sich die Beziehung zwischen den beiden wirklich gestaltete“, so die Verteidigung. Die Staatsanwaltschaft hat indessen noch mehr anzuprangern. Nach einem Streit, der übrigens keine Seltenheit bei diesem Paar gewesen sein soll, habe die Frau auf dem Bett geschlafen und gesagt, dass sie „jetzt garantiert keinen Sex“ wolle. Das habe der Mann schlichtweg ignoriert und sich genommen, was er wollte. Der letzte Vorfall sei dann im Herbst 2009 passiert. Wieder war dicke Luft und sie gab ihm angeblich eine Ohrfeige. Er soll zurückgeschlagen haben, danach seien seinerseits Grobheiten gesetzt worden. So habe er ihren Kopf auf den Parkettboden geschlagen, so der Vorwurf.

Ende Jänner wurde der Prozess nach vier Stunden vertagt, am heutigen Donnerstag wird er nun fortgesetzt. Mehrere Zeugen sollen einvernommen werden, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Das könnte offenbar ein bis zwei Verhandlungstage in Anspruch nehmen, so das Gericht. (VN)

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