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Schwere Bombardements arabischer Staaten im Jemen

Die von Saudi-Arabien geführte Militärallianz hat ihre Großoffensive auf Rebellen-Stellungen in der jemenitischen Hafenstadt Hodeidah den zweiten Tag fortgesetzt. Regierungstruppen sind eigenen Angaben zufolge weiter vorgerückt. Die Einheiten hätten den Bezirk Duraihami etwa 20 Kilometer südlich der Großstadt von den Houthi-Rebellen eingenommen, teilte die Armee am Donnerstag mit.

Die international anerkannte Regierung des Landes hatte am Mittwoch mit der lang erwarteten Operation zur Rückeroberung Hodeidah begonnen. Wegen der Schlacht droht dem Bürgerkriegsland der Kollaps, weil über den Seehafen der Stadt 70 Prozent der dringend benötigten humanitären Hilfe für den von den Houthis kontrollierten Norden des Jemens laufen.

Unterstützt werden die Regierungstruppen von einer saudisch geführten Militärkoalition, der auch die Vereinigten Arabischen Emirate angehören. Deren stellvertretender Außenminister Anwar Gargash versicherte am Donnerstag über Twitter, dass die Koalition beim Angriff auf Hodeidah Rücksicht auf die Zivilbevölkerung nehmen werde. Das Bündnis unter Führung Saudi-Arabiens hatte dabei in den vergangenen drei Jahren mit seinen Luftangriffen auch viele Zivilisten bei Bombardierungen von Märkten, Hochzeits- oder Todesfeiern getötet.

Die Zivilisten versuchten indes verzweifelt, sich vor Dauer-Beschuss durch Kampfflugzeuge und Kriegsschiffe am Donnerstag in Sicherheit zu bringen. “Die Menschen haben Angst”, sagte die Studentin Amina, die in der Nähe des umkämpften Hafens am Roten Meer wohnt, in einem Telefonat mit der Nachrichtenagentur Reuters. “Die Leute flüchten von der Stadt aufs Land. Aber für die, die dort keine Verwandten oder Geld haben, gibt es kein Entkommen.” Nach Angaben von Bewohnern bombardierte die Allianz auch die wichtigste Verbindungsstraße zur Hauptstadt Sanaa, um zu verhindern, dass die Rebellen in Hodeidah Verstärkung bekommen.

Die Schlacht um Hodeidah ist die größte seit Beginn des Kriegs vor drei Jahren. Über den Hafen werden fast alle Hilfsgüter in das verarmte Land geliefert, in dem 8,4 Millionen Menschen zu verhungern drohen. Die arabische Militärallianz unter Führung des sunnitischen Saudi-Arabiens versucht, die schiitischen Houthi-Rebellen in die Knie zu zwingen und der Exil-Regierung des Jemen wieder zurück an die Macht zu verhelfen. Es geht ihr auch darum, den Einfluss des Erzrivalen Iran einzudämmen. Sie wirft der Islamischen Republik vor, über Hodeidah Raketen an die Houthis zu liefern. Die Rebellen haben erklärt, keine Stellvertreter des Iran zu sein. Sie hätten die Macht nach einem Volksaufstand übernommen. Die Houthis kontrollieren Sanaa und die meisten besiedelten Gebiete.

Hodeidah ist der größte Hafen des Landes und zugleich der einzige, den die Houthis halten. Sollte die vom Westen stillschweigend unterstützte Anti-Houthi-Allianz den Hafen erobern, würde ihr das einen wichtigen strategischen Vorteil in dem Konflikt verschaffen, in dem seit Jahren keine der Kriegsparteien entscheidende Erfolge erzielen konnten.

(APA/Ag.)

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