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"Schweizer Nobelpreis" geht an Ernst Fehr

Der Schweizer Marcel-Benoist-Preis 2008 geht an den österreichischen Ökonomen Ernst Fehr. Der gebürtige Vorarlberger Fehr ist ordentlicher Professor für Mikroökonomik und Experimentielle Wirtschaftsforschung an der Universität Zürich.

Er konnte nachweisen, dass der Mensch bei wirtschaftlichen Entscheiden nicht nur eigennützigen Interessen folgt, sondern auch Überlegungen zu Fairness und Reziprozität anstellt.

Während der Homo oeconomicus nach klassischer Auffassung auf die unmittelbare persönliche Gewinnmaximierung bedacht ist, weist Fehr nach, dass Individuen insbesondere bei wirtschaftlichen Transaktionen ein ausgeprägtes Gefühl für Fairness haben und Zusammenarbeit fördern.

Die wirtschaftlichen Akteure erwarten laut Fehr, dass ihr Gegenüber sich fair und kooperativ verhalte. Im Gegenzug seien sie bereit, solches Verhalten zu belohnen (positive Reziprozität) beziehungsweise Verstöße dagegen zu ahnden und zu bestrafen (negative Reziprozität).

Für diesen Nachweis erhält Fehr den mit 100.000 Franken (63.111 Euro) ausgestatteten “Schweizer Nobelpreis”, wie das Eidgenössische Departement des Inneren (EDI) mitteilt. Der Schweizer Bundespräsident Pascal Couchepin wird Fehr die Auszeichnung am 27. November im Rahmen einer öffentlichen Feier in der Universität Zürich übergeben.

Dieses Konzept der Reziprozität habe Fehr weltweites Renommee eingebracht, schreibt das EDI weiter. Fehrs Arbeiten gingen über die Wirtschaftswissenschaften hinaus. Sie befassten sich in grundsätzlicher Weise mit den tieferen Wurzeln menschlichen Verhaltens.

Ernst Fehr wurde 1956 in Hard in Vorarlberg geboren. Er studierte Wirtschaftswissenschaften in Bregenz und Wien, wo er 1986 zum Doktor promovierte. Abgesehen von einem Aufenthalt als Research Fellow an der London School of Economics and Political Science setzte er seine akademische Karriere in Wien fort, bis er 1994 an die Universität Zürich wechselte. Fehr ist unter anderem ständiger Gastprofessor am Massachusetts Institute of Technology. Seit 2004 ist er Fellow am Collegium Helveticum der ETH und der Universität Zürich.

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