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Schweizer Grand Prix Literatur geht an Frederic Pajak

Autor Frederic Pajak (Archivbild)
Autor Frederic Pajak (Archivbild) ©APA (KEYSTONE)
Der Schweizer Grand Prix Literatur 2021 geht an den französisch-schweizerischen Autor Frederic Pajak. Zudem zeichnet das Bundesamt für Kultur (BAK) vier Bibliotheken für Blinde, Seh- und Lesebehinderte aus. Darüber hinaus werden sieben Autorinnen und Autoren für ihre Werke aus dem Jahr 2020 mit den Schweizer Literaturpreisen 2021 geehrt, wie das BAK am Donnerstag mitteilte.

Der Schweizer Grand Prix Literatur sowie der Spezialpreis Vermittlung für die vier Bibliotheken ist mit je 40.000 Franken (36.995,93 Euro) dotiert, die Schweizer Literaturpreise mit je 25.000 Franken. Der Spezialpreis Vermittlung wird alle zwei Jahre vergeben, im Wechsel mit dem Spezialpreis Übersetzung.

Frederic Pajak wurde 1955 in Suresnes bei Paris geboren und lebt heute in Arles. Er ist Schriftsteller, Maler, Zeichner und Herausgeber der "Cahiers dessinés". Einen herausragenden Stellenwert in seinem Gesamtwerk nimmt das "Ungewisse Manifest" ein, ein Opus Magnum mit mehreren tausend Seiten und Bildern in neun Bänden. Die ersten fünf liegen in deutscher Übersetzung vor. 2020 hat er das Werk vollendet. 2015 wurde der dritte Band bereits mit einem Schweizer Literaturpreis ausgezeichnet.

"Ungewisses Manifest" entfaltet eine Parallelaktion im doppelten Sinn. Pajak erinnert sich an Begebenheiten aus seiner eigenen Biografie und baut diese Erinnerung zu einer essayistischen Erzählung aus. Darin rücken intellektuelle Querdenker und Außenseiter in sein Blickfeld, beispielsweise Walter Benjamin, Friedrich Nietzsche, Ezra Pound, der Diplomat und Schriftsteller Arthur de Gobineau oder in seinem fünften Band Vincent van Gogh.

Pajak hat für "Ungewisses Manifest" ein eigenes Genre erschaffen, das Text und Bild gleichwertig behandelt. Tuschezeichnungen werden begleitet von einer Textspur, die den Bildern vertiefte Konturen verleiht. Dabei ist "Ungewisses Manifest" weit entfernt von einer Graphic Novel. Die Doppelspur von expressiven Schwarz-Weiss-Zeichnungen, oft Nahaufnahmen, und meist kurzen, präzisen Texten formen sich zu einem Bild-Essay, der die Differenz betont.

Für ihre Vermittlerrolle zeichnet das BAK die Bibliothèque Sonore Romande (BSR - Lausanne) aus, die Bibliothèque Braille Romande et livre parlé (BBR - Genève), die Schweizerische Bibliothek für Blinde, Seh- und Lesebehinderte (SBS - Zürich) sowie die Biblioteca Braille e del libro parlato (Tenero).

Die Schweizer Literaturpreise gehen an Corinne Desarzens für "La lune bouge lentement mais elle traverse la ville", an Alexandre Lecoultre für "Peter und so weiter", an Dragica Rajčić Holzner für "Glück", Silvia Ricci Lempen für "I sogni di Anna", an X Schneeberger für "Neon Pink & Blue", an Benjamin von Wyl für "Hyäne - eine Erlösungsfantasie" sowie an Levin Westermann für "bezüglich der schatten".

(APA/sda)

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