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Schweden: Berufung gegen Lindh-Urteil

Die schwedische Generalstaatsanwaltschaft hat vor dem Obersten Gerichtshof des Landes Berufung gegen das Urteil gegen den Mörder von Außenministerin Anna Lindh eingelegt.

Die Anklage fordert die Verurteilung des Täters zu lebenslanger Haft, wie Staatsanwalt Fredrik Wersaell am Donnerstag mitteilte. Ein Berufungsgericht hatte vor rund einem Monat angeordnet, den Täter wegen seelischer Störungen in einer psychiatrischen Anstalt unterzubringen. Der 25-jährige Mijailo Mijailovic war zuvor in erster Instanz zu lebenslanger Haft verurteilt worden, nachdem das Gericht die Krankheit des Täters als weniger schwerwiegend eingestuft hatte.

Die Generalstaatsanwaltschaft betonte nun, das Gutachten im Berufungsprozess habe nicht zweifelsfrei gezeigt, dass Mijailovic an schweren seelischen Störungen litt. Auch habe die Expertise nicht belegt, dass der Zustand des Verurteilten die Unterbringung in einem Gefängnis verbiete. Die Berufung beziehe sich nur auf die Frage des psychischen Zustands des Täters, nicht auf die Frage, ob die Politikerin vorsätzlich ermordet wurde, betonte die Anklage. Beide Instanzen hatten unabhängig vom Gesundheitszustand des Täters geurteilt, er habe die Politikerin vorsätzlich ermordet. Mijailovic dagegen berief sich stets auf innere Stimmen, die ihm die Tat befohlen hätten.

Während zu lebenslänglich verurteilte Häftlinge in Schweden normalerweise nach 15 Jahren freikommen, ist die Einweisung in eine Anstalt unbefristet. Sie birgt allerdings die Möglichkeit, dass Mijailovic nach einer Genesung auch vor Ablauf der 15 Jahre freikommt, wenn ein Gericht dem zustimmt. Mijailovic hatte am 10. September vergangenen Jahres in einem Stockholmer Kaufhaus auf die populäre Außenministerin eingestochen; sie war einen Tag später gestorben. Zwei Wochen nach der Tat wurde er festgenommen, gestand aber erst, als DNA-Spuren eindeutig auf seine Täterschaft hinwiesen.

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