Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 VNVorarlberger Nachrichten Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

Schutz vor Finanzkriminalität

Wem ein Unternehmen gehört, steht in einem neuen Register: dem WiEReG
Mehr zum Thema

Nicht immer ist eindeutig klar, wer hinter einem Firmennamen steckt bzw. wer der Lenker und Gestalter eines Unternehmens ist. Undurchsichtige Strukturen und Eigentümer möchte der Gesetzgeber transparent machen und hat zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung das Wirtschaftliche Eigentümer Registergesetz kurz WiEReG beschlossen. Der österreichische Gesetzgeber hat damit die Art. 30 und 31 der 4. EU Geldwäscherichtlinie auch im nationalen Recht verankert und umgesetzt. Das Register ist die erste Datenbank, die die direkten und indirekten wirtschaftlichen Eigentümer aller österreichischen Rechtsträger erfasst. Als Registerbehörde agiert das Bundesministerium für Finanzen. Die Umsetzung erfolgt unter Mithilfe der Bundesanstalt für Statistik.

Wer ist vom WiEReG betroffen?

Das WiEReG umfasst unter anderem die folgenden Rechtsträger: OG, KG, GmbH, AG, Genossenschaften, Privatstiftungen, Versicherungsvereine, europäische Gesellschaften und Genossenschaften oder Vereine nach dem Vereinsgesetz. Diese sind ausschließlich davon betroffen, wenn sie ihren Sitz im Inland haben. Diese Rechtsträger sind verpflichtet ihre wirtschaftlichen Eigentümer festzustellen und zu überprüfen bzw. dem Register zu melden. Die Meldung selbst erfolgt über das Unternehmensserviceportal entweder durch den Rechtsträger selber oder durch einen ­Wirtschaftstreuhänder. Wer ist nicht davon betroffen? Aus weiterführenden Informationen des Finanzministeriums ergibt sich, dass folgende Rechtsträger nicht vom WiEReG umfasst sind: im Firmenbuch eingetragene Zweigniederlassungen ausländischer Gesellschaften, Wohnungseigentümergemeinschaften, Agrargemeinschaften, Gesellschaften nach bürgerlichem Recht und die große Gruppe der Einzelunternehmer. Wer kann wirtschaftlicher Eigentümer sein? Das Gesetz stellt ausschließlich auf natürliche Personen als wirtschaftliche Eigentümer ab. Somit können Rechtsträger selber nicht wirtschaftliche Eigentümer im Sinne dieses Gesetzes sein.

Wer nimmt Einsicht ins Register?

Grundsätzlich ist nicht vorgesehen, dass jedermann Einsicht in das Register nehmen kann, sondern vornehmlich ist die Einsichtnahme für Kreditinstitute, Wirtschaftstreuhänder, Anwälte, Notare, Immobilienmakler, Versicherungsvermittler oder Unternehmensberater vorgesehen. Diese müssen aufgrund ihrer Sorgfaltspflichten zur Vermeidung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung die Identität der Rechtsträger feststellen und können Abfragen im Register der wirtschaftlichen Eigentümer tätigen. Das Register der wirtschaftlichen Eigentümer wird regelmäßig mit den Daten des Firmenbuches abgeglichen, um die Datenqualität sicherzustellen. Bei einer Nichtmeldung an das Register drohen empfindliche Geldstrafen bis zu 200.000 Euro bei vorsätzlicher Tat.

Nur einmalige Meldung? Besonders zu beachten ist, dass die Meldeverpflichtungen nicht nach dem einmaligen Einmelden für alle Zeiten erledigt sind. Nein, jede Änderung des wirtschaftlichen Eigentümers ist unbedingt zu dokumentieren und dem Register zu melden. Der Steuerberater unterstützt sie, da er über umfassende technische Möglichkeiten verfügt, das System zu überwachen und den Meldeverpflichtungen nachzukommen. Es wurden im Zuge der letzten Novellierung des Gesetzes weitreichende neue Möglichkeiten geschaffen, um Parteienvertretern den Umgang mit dem Register zu erleichtern und dieses auch zu nutzen.

Mehr zum Thema

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Jetzt im Fokus 2
  • Schutz vor Finanzkriminalität
  • Kommentare
    Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel deaktiviert.