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Schutz vor Einbrechern

Durchschnittlich zehn Mal pro Tag werden Einbrecher im Ländle tätig, mehr oder minder erfolgreich. Sicherheitstechnik ist deshalb ein boomendes Geschäft: Ratgeber [592 KB]

Hausbesitzer rüsten auf und schützen ihren Besitz vor Langfingern, der Verkauf von Alarmanlagen ist ein Bombengeschäft. „Die Kunden sind bereit zu investieren, denn ein Einbruch ist neben dem finanziellen Schaden auch ein emotionales Problem, das an die Seele geht“, berichtet Sicherheitsfachman Günter Fiel aus Feldkirch. Oft haben die Täter leichtes Spiel, so manche Alarmanlage ist minderwertig, Schlösser an Türen sind leicht zu knacken. Abschreckung Die Polizei investiert deshalb immer mehr in Präventionsarbeit. „Immerhin lassen sich etwa siebzig Prozent der Einbrecher von Alarmanlagen abschrecken“, heißt es beim Kriminalpolizeilichen Beratungsdienst. Um sein Hab und Gut zu sichern, sollte man laut Expertenrat ungefähr 3000 Euro für eine gute Alarmanlage investieren.

„Das Problem der gestiegenen Einbrüche in Wohnungen und Häuser haben wir im vergangenen Jahr in die Kriminalstrategie aufgenommen. Das bedeutet unter anderem mehr Polizeipräsenz in sensiblen Bereichen“, so Sicherheitsdirektor Elmar Marent. Weil immer mehr Privatleute ihre Wohnungen mit Sicherheitstechnik ausstatten, weichen die Einbrecher auch wieder vermehrt auf Geschäftsräume aus. Denn dort ist nachts niemand anwesend – durch Geschwindigkeit gepaart mit genügend rabiater Gewalt versprechen sich die Täter schnelle Beute. Immer mehr der Täter sind in Vorarlberg wohnhaft. „In den letzten Monaten spielt der Kriminaltourismus ausländischer Banden eine untergeordnete Rolle, das kann sich jedoch, wie die Vergangenheit gezeigt hat, rasch ändern“, so Sicherheitsdirektor Marent. Schlusslicht Obwohl das Geschäft boomt, sind viele Häuser noch unzureichend gesichert: nur ein Prozent der Einfamilienhäuser in Vorarlberg sind mit einer Alarmanlage ausgerüstet. Damit liegt Vorarlberg im Vergleich mit den anderen Bundesländern an letzter Stelle, wie eine aktuelle Untersuchung des Instituts für technische Sicherheit ergab. Von 560 untersuchten Häusern hatten nur acht eine Alarmanlage.

Günter Fiel von der Firma „Sinova“ über Einbrecher und wie man sie abschreckt.
VN: Sie sind Geschäftsführer einer Firma, die Sicherheitstechnik verkauft. Wie ist die Tendenz in Sachen Alarmanlagen?
Günter Fiel: Absolut steigend, der Bedarf ist sehr groß. In den letzten drei Jahren haben wir unseren Umsatz bei Alarmanlagen verdoppelt. Das liegt daran, dass die Zahl der Wohnungs-und Hauseinbrüche zunimmt, ich erlebe das jeden Tag im Gespräch und im Umgang mit Kunden.

VN: Aus welchen Gründen kommen die Kunden zu Ihnen?
Fiel: Die meisten kommen, weil sie Opfer eines Einbrechers geworden sind und so etwas nicht noch einmal erleben wollen. Gerade in psychischer Hinsicht ist so ein Erlebnis für viele sehr prägend. Dann kommen auch viele Kunden, deren Verwandte oder Bekannte von Langfingern heimgesucht wurden und die sich sagen „So etwas darf mir nicht passieren, ich will mein Eigentum schützen“.

VN: Was raten Sie Kunden, die ihr Haus schützen wollen und nicht unbedingt ein Vermögen ausgeben wollen?
Fiel: Eine vernünftige Alarmanlage bekommt man für etwa 1500 Euro. Eine richtig gute für 3500 bis 6000 Euro. Wir haben auch Kunden, die zehn- bis zwanzigtausend Euro ausgeben. Das hängt vom Haus und den Vermögenswerten ab. Entscheidend ist, dass man einen Fachmann beauftragt. Beratung ist das absolut wichtigste, jeder Kunde hat andere Bedürfnisse, jedes Haus ist verschieden. Je mehr Referenzen das Unternehmen hat, desto besser. Ein Rund um die Uhr-Betreuungsservice sollte selbstverständlich dazugehören. Bei einer guten Alarmanlage sollten Bewegungsmelder, eine Sirene und Telefonwahlgeräte dabei sein.

VN: Was halten Sie von preisgünstigen Alarmanlagen-Atrappen?
Fiel: Nicht besonders viel. Die Einbrecher haben in den letzten Jahren ja auch dazu gelernt, halten sich über Sicherheitstechnik auf dem Laufenden. Die Methoden werden immer ausgereifter, die Einbrüche sind gut vorbereitet. Eine Atrappe wird schnell als solche erkannt. Dann lieber in eine richtige Anlage investieren.

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