Schulsozialarbeit der ungewöhnlichen Art

Mit einer Exkursion in den Abenteuerpark Schröcken startete das Schuljahr im „Poly“ Bregenz.
Mit einer Exkursion in den Abenteuerpark Schröcken startete das Schuljahr im „Poly“ Bregenz. ©Hagen
Exkursion zum Abenteuerpark Schröcken

Bregenz. Etwas unkonventionell startete dieses Schuljahr für rund 200 Schüler und 14 Lehrer der Polytechnischen Schule in Bregenz. Gemeinsam mit IfS-Sozialarbeiter Thomas Hagen stand nämlich erst einmal „Teambildung“ im Abenteuerpark in Schröcken auf dem Programm. Statt über Gleichungen und Hausaufgaben zu brüten, balancierten die Schüler auf beweglichen Balken über Wildbäche, schwangen sich in Tarzan-Manier über Schluchten und erklommen mehrere Felsen. „Immer doppelt gesichert“, versichert Thomas Hagen, der die Idee initiierte, „Primär ging es um die Stärkung der Klassengemeinschaft und des Teamgeists. Wir wollten die Schüler bewusst einer Situation aussetzen, in der Mut und Überwindung gefragt sind. Das erzeugt einen Zusammenhalt, denn sie erfahren Unterstützung von ihren Klassenkollegen, um diese schwierige Situation zu meistern. Das lässt sich auch auf die Ausbildung und das spätere Berufsleben umlegen, denn es zeigt den Jugendlichen, dass sie etwas schaffen können, wenn sie sich erst einmal dazu überwunden haben.“ Ungewöhnliche Aktionen wie diese sind aber nur eine von vielen Facetten der seit Jänner am „Poly“ angebotenen Schulsozialarbeit. Der vierfache Familienvater Thomas Hagen steht den Lehrkräften und Schülern an drei Tagen der Woche zur Verfügung: „Die Schüler können mit ihren Sorgen und Problemen direkt zu mir kommen. Oft betrifft das Fragen rund um das Elternhaus und den Freund oder die Freundin.“ Die Mehrzahl der Fälle betreffe aber Disziplinäres, erklärt Hagen freimütig: „Zum Beispiel, wenn ein Lehrer einen Schüler wegen Problemen im Unterricht in die Sprechstunde schickt.“ Poly-Direktor Herwig Orgler sieht sich nach dem mehrmonatigen Testlauf in seinem Bestreben, einen Beratungsdienst an seiner Schule einzuführen, bestätigt: „Hauptgrund für die Einführung war die Arbeitsbelastung. Damals musste ich bis zu 70 Prozent meiner Zeit für die Sozialarbeit aufwenden. Deshalb wollten wir neue Wege beschreiten, auch im Sinne der Prävention. Bisher musste man zuwarten bis etwas passiert ist. Heute können wir früher reagieren, wenn es mit einem Schüler Probleme gibt. Ich bin der Meinung, dass diese Institution fix vorhanden sein muss, wenn die Bildungsarbeit umgesetzt werden soll.“

Andreas Boschi

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