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Schüler, Lehrer und Eltern planen Maßnahmenkatalog

Weil Lehrer mit der Übernahme von immer mehr Erziehungsaufgaben laut Lehrergewerkschaft überfordert sind, greifen sie offenbar vermehrt zu umstrittener Selbsthilfe: Strafen wie Winkerlstehen, Nachsitzen und Kollektivstrafen nehmen an Österreichs Schulen zu, sagen Schüler-, Eltern- und Lehrervertreter. Noch im März soll es deshalb Verhaltensvereinbarungen gegen.

Die von den Schulpartnern gemeinsam erarbeiteten Vereinbarungen sollen Fairness gegenüber den Schülern sowie Rechtssicherheit für Lehrer bringen, wie das Ö1-Morgenjournal am Mittwoch berichtet. Bundesschulsprecherin Conny Kolmann kritisiert, dass durch solche Maßnahmen bei Schülern nur negative Emotionen erzeugt würden. Sie wünscht sich, dass Lehrer auch unter Belastung als Vorbilder agieren und sich notfalls Unterstützung etwa aus der Sonderpädagogik holen.

“Maßnahmen aus dem letzten Jahrtausend”

Auch der Vorsitzende der Pflichtschullehrergewerkschaft, Paul Kimberger (FCG), spricht sich gegen “Maßnahmen aus dem letzten Jahrtausend” aus. Er betont aber gleichzeitig, dass Lehrer sich nicht alles gefallen lassen müssen und aufgrund der Zunahme von Verhaltensauffälligkeiten mit den vorhandenen Disziplinierungsmöglichkeiten nicht mehr auskommen würden.

Im Büro von Unterrichtsministerin Schmied kann man eine Zunahme von Fällen, in denen umstrittene Disziplinierungsmaßnahmen zum Einsatz kommen, nicht bestätigen. Es habe im Gegenteil viele Rückmeldungen gegeben, dass durch die seit mehreren Jahren möglichen Verhaltensvereinbarungen, für die es Richtlinien des Ministeriums gibt und die an jeder Schule von Schülern, Eltern und Lehrern adaptiert werden können, die Situation verbessert habe. Wenn die Schulpartner sich jedoch gemeinsam Gedanken über eine Weiterentwicklung der Verhaltensvereinbarungen machen wollten, werde das vom Ministerium begrüßt – unter der Voraussetzung, dass die Vorschläge praktikabel seien und nicht die Menschenwürde verletzten.

(APA)

 

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