Schöne Dinge in vertrauter Umgebung

Ein Teil des großen Repertoires von Andrea Sandri sind Karten aus handgeschöpftem Papier.
Ein Teil des großen Repertoires von Andrea Sandri sind Karten aus handgeschöpftem Papier. ©Edith Rhomberg
 Andrea Sandri stellt bei Kunsthandwerk im Braukeller aus. 
Andrea Sandri

 

Dornbirn. Viele warten schon darauf, dass sich am Freitagabend die Türen zum Kunsthandwerksmarkt im Braukeller öffnen. Genauso wie Andrea Sandri, die seit 14 Jahren als Ausstellerin mit dabei ist. Dieser Ort ist ihr übrigens seit der Kindheit vertraut, weil ihr Papa, Anton Rümmele, früher als Braumeister hier tätig war. Für die Präsentation baut ihr Mann, Christian Sandri, auch dieses Mal wieder den Stand im Gewölbekeller, damit die Exponate so richtig zur Geltung kommen. „Er kennt sich nicht nur gut aus mit dem Licht“, betont Andrea Sandri. „Ich muss dann nur noch kommen und einräumen“, sagt sie zufrieden lächelnd.

Im großzügigen Familienhaus am Fuße des Zanzenbergs gibt die Kunsthandwerkerin der VN-Heimat Einblick in ihr vielseitiges Schaffen. An der Wand des Esszimmers hängen drei Bilder mit Papierarbeiten. Es sind ihre eigenen Werke. Nach und nach bringt sie aus dem Nebenzimmer mehrere Schachteln, gefüllt mit lauter Preziosen. Karten aus handgeschöpftem Papier, künstlerisch gestaltete Trauerkarten und zu Schreibheften gebundene Seiten mit Umschlägen aus Tapeten. Auch das Buchbinden zählt zu den Fertigkeiten der mit vielen Talenten ausgestatteten Frau. Mit der Ahle, so der Name des Werkzeugs, sticht sie Löcher und näht die einzelnen Papierbögen mit der Hülle zusammen.

Beim Papierschöpfen sind auch die Schüler der Berufsvorbereitungsklasse der ASO, Allgemeine Sonderschule, mit Begeisterung dabei. So viel ist von der beruflichen Seite zu erfahren. „Sie sind gut im Papierreißen, Pulpe machen und abgautschen“, sagt die Lehrerin Andrea Sandri über den von ihr abwechslungsreich gestalteten Projektunterricht. Da gibt es aber noch weit mehr. An etwas ganz Neues mit Blütenblättern und Pflanzenfasern wagte sich die experimentierfreudige Künstlerin im Atelier von Susanne Zehnder, wo sie öfters Kurse besuchte. „Die Natur ist ein Traum, sie inspiriert mich“, sagt sie und zeigt eine kleine Auswahl jener fragilen Unikate, die auf dem Kunsthandwerksmarkt zu haben sein werden. Aus weißem Spargel, Schachtelhalm und anderen Pflanzen entstehen zarte, hauchdünne Gebilde. „Tulpen gehen am besten“, verrät sie, „aber auch Rhabarber mit Bougainvillea geht super“. „Erst das Prozedere ‚Versuch und Irrtum’ führt irgendwann zum Erfolg“, sagt die leidenschaftliche Tüftlerin, die auf ihre Meisterwerke schon ein wenig stolz ist.

Im Atelier dann, in der oberen Etage des Hauses, eröffnet sich eine andere Welt der Andrea Sandri, nämlich jene aus Wolle, Filz, Glasperlen, Steinen, Draht oder Schwemmholz. Spätestens jetzt wird es sonnenklar: Diese Frau ist „all dra“. Hier tun sich erneut diverse Boxen auf mit Modeschmuck aus Filz und Perlen oder „Glitter und Glamour“, dem Must-have dieser Saison. Zwischendurch kommt Anna kurz vorbei, die weiß, dass es bei ihrer Gota die süßesten Babykäppchen gibt. Fasziniert von der exquisiten Auswahl wird sie rasch fündig. Gestrickt wird übrigens abends vor dem Fernseher. Dabei entstehen auch modische Pulswärmer aus fantasievoller Effektwolle, die aus Ecuador stammt. Und dann sind da die bunten Perlen von überall her. Ob es verzierte Weihnachtskugeln sind oder glitzernde Ohrgehänge: „Wenn ich dran bin, bin ich im flow“, erzählt die 58-Jährige, die von sich sagt, niemals zwei Sachen genau gleich zu machen. Ihre Motivation ist die Freude am meditativen Tun und die Wertschätzung der Besucher von Kunsthandwerk im Braukeller.

Andrea Sandri, geboren 29.11.1959 in Dornbirn

Ausbildung: Mittelschullehrerin für Deutsch und technisches Werken

Familie: Verheiratet mit Christian Sandri, zwei Söhne, zwei Enkel

Lieblingsstadt: Venedig

Weitere Hobbys: Lesen, Rätsel lösen, Reisen

Kunsthandwerk im Mohren Braukeller

23. bis 25. November FR 19-22 Uhr, SA 10 bis 18 Uhr, SO 10 bis 17 Uhr

 

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