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Schnick Schnack

Ulrich Gabriel
Ulrich Gabriel ©VOL.AT

Memm. Noch ein paar Hupfer bis zur Landung in Dorn. „Führe ich“ mit der deutschen Bahn, oder „fahrte ich oder würde ich fahren oder täte ich“ von Memm nach Dorn fahren, so „dauerte, täte oder würde“ die Fahrt durchschnittlich 3 Std 17 Min mit zweimal Umsteigen für die rund 71 km dauern, so die DB. Da schau her. Bei einer Buchung im Voraus kosten Tickets ab € 12,90 bis 89,90. Dieser Inhalt ist unsäglich wie die Information. Form ist eben auch Inhalt in der Kunst, und um die handelt es sich hier zweifelsohne, Onkel Tone. Jedes Schriftchen ein Giftchen.

Ich fuhr nicht mit dem Zug nach Dorn, auch nicht mit meinem polarweißen VW-Beulekasten, ein tüchtiger Verbrenner der guten alten, heute verdammten, Co2-Produktion, die Beule habe ich seit meiner Jünglingsfahrt, bei der so ein Gesundheitsstreber der weltweiten Radlerplage mit Helm im Schuss in meiner linken Seitenwand landete, auch ging ich nicht zu Fuß, ich könnte hier einen Punkt setzen, das will ich nicht, denn Punkte versetzen mich immer mehr in Panik je jünger ich, vom Tod aus gesehen, werde, außerdem ist das Wandern des Müllers und nicht meine Lust, auch flog ich nicht mit der Drohne aus Barons Fuhrpark, da sie gerade von Owehammers Innenmysterium zum Abschuss von Abstandselefantensündern für KURZarbeit vermietet wurde. Punkt. Wieder ist einer weg. Ich hab offenbar noch einige. Punkt.

Ich fuhr also nicht mit dem Zug, nicht mit meinem polarweißen Beulekasten und ich ging nicht zu Fuß: ICH HÜPFTE von Wien her auf meinem großen grünen HEUPFERD SCHNICK, mit dem ich seit 16. August glücklich zusammen bin, übrigens ein Männchen, also ohne Legebohrer. SCHNACK, eines seiner Weibchen, hatte fürs erste schon gebohrt und 300 dunkelbraune Eierchen ins Grünland gelegt: Schnickschnacks zukünftige Familie. Im Vergleich zu anderen ist mein Heupferd auch ein ausgezeichneter Jagdflieger und fliegt bis zu 150 Meter in einem einzigen Hupfer, samt mir als Mithupferl. Mein Heupferd hat wunderbare Vorderflügel, die am Boden die Hinterflügel vollständig verdecken. Wir haben uns das erste Mal am 16. August gesehen. Es war Liebe auf den ersten Blick. Von Beruf ist Schnick auch noch Sex-Sänger und beherrscht den Schwirrgesang in allen Facetten. Da kommen die Weibchen Schnack, Schnack, Schnack angehüpft, eine Stute nach der andern! Ich hab gar nicht gewusst, dass es so was gibt! Übrigens heißt der Fachausdruck dafür schnacks‘eln. Schnick lud mich drauf zum Probehupfer ein. Ich stieg sofort auf, ohne Sattel. Wir hüpften zum ersten Abendmahl. Es gab dreierlei selbst gefangene Mücken, mundgerecht zerkleinert, mit Schnicks exzellenten Fresswerkzeugen. Dann sangen wir das Freundschaftsduett aus Don Carlos von Verdi und hüpften über Passau durchs Maskenland mit Abstandslefanten bis Memm und landeten in Dorn.

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