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Schlittert Pfusch in die Krise?

Auf 10,3 Mrd. Euro sinken dürfte heuer das Volumen von Pfusch und Schwarzarbeit in Österreich. Das wäre ein Rückgang um 4,4%, errechnete der Linzer Volkswirtschaftsprofessor Friedrich Schneider.

Wie der „Pfusch-Guru“ gestern in Wien ausführte, wäre damit ein fast fünfzehnjähriger Aufwärtstrend erstmals gebrochen. Seinen Optimismus, dass Österreichs Schattenwirtschaft schrumpfen könnte, bezieht Schneider aus mehreren Kalkülen: Zum einen sollte der geplante Dienstleistungsscheck helfen, Pfusch bei Haushalts-, Pflege- oder Reinigungsjobs hintan zu halten. Die Steuerreform sollte vor allem bei Beziehern kleiner Einkommen den Anreiz verringern, an Steuer und Sozialversicherung vorbei zu wirtschaften. „Aber wenn wie jüngst auf der anderen Seite die Krankenversicherung in die Höhe schnellt, ist der Rückschlag für so einen Positiveffekt schon wieder da“, warnte der Wissenschafter vor einer Häufung solcher Ho-Ruck-Aktionen der Regierenden.

„Zumindest bis jetzt ist von einer Abnahme des Pfuschertums nichts zu sehen, Schwarzarbeit wurde im Gegenteil in letzter Zeit wieder verstärkt zum Thema.“ Das erklärte auf Anfrage der Geschäftsführer der Bauinnungen, Thomas Peter, der erst kürzlich im Rahmen der Baustudienwoche am Arlberg faktisch mit der gesamten Branche im Gespräch war. Für ein Absinken des Pfuschs könnten laut Peter allenfalls zwei Sachverhalte Ausschlag gebend sein: „Vielleicht hat die ,schnelle Eingreiftruppe’ beim Zoll professionelle Pfuscher etwas vorsichtiger werden lassen. Auch der in den letzten Jahren verstärkte Trend, weniger ,Hüsle’ und mehr Eigentumswohnungen zu bauen, macht zwangsläufig einiges ,Pfuschpotenzial’ zunichte.“

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