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Schüler hinterfragen Atompolitik

Feldkirch (VN) -  Am Gymnasium Feldkirch debattierten Schüler und Experten über Sinn und Unsinn der Atomenergie.
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150 Schüler sitzen im Elmar-Riedmann-Saal des Gymnasiums Feldkirch. Direkt vor ihren Augen: Fünf ausgewiesene Experten im Bereich Energieversorgung und Atompolitik. Zu ihnen gehört Hildegard Breiner, Schirmherrin der VN-Aktion „Vorarlberg gegen Atom“. Oder der ehemalige österreichische Verteidigungsminister Friedhelm Frischenschlager.

Eine Achtklässlerin steht auf. „Wenn wir schon über das Energiesparen reden, sollten wir auch darüber nachdenken, warum hier im Raum seit über einer Stunde der Beamer läuft“, sagt sie. Lauter Beifall.

Genau von solchen Zwischenrufen und Anregungen lebt „Argumente im Kreuzverhör“, eine Veranstaltungsreihe der Jungen Europäischen Föderalisten (JEF). „Aus aktuellem Anlass behandeln wir heute das Thema Energiepolitik“, erklärt Frischenschlager, der die Diskussion moderiert. Seine Idee: Experten und Schüler sollen sich auf Augenhöhe begegnen.

Standpunkte sollen gegeneinander abgewogen, junge Menschen in den politischen Meinungsbildungsprozess miteingebunden werden. Immer mit dem Ziel, die Notwendigkeit gemeinsamer Europäischer Politik zu veranschaulichen. Frischenschlager: „Wir wollen, dass in den Schülern ein europäisches Bürgerbewusstsein heranwächst

Sachlich und pointiert

Im Gymnasium Feldkirch geht dieser Plan auf: Per Abstimmung bekennt sich eine klare Mehrheit der Schüler zu einer gemeinsamen europäischen und eben nicht zu einer nationalstaatlichen Lösung in der Atomfrage. Danach debattieren die Experten eine Stunde lang unter sich: Hildegard Breiner fordert den „weltweiten Widerstand“ gegen die Atomenergie.

Physiker Hannes Müllner plädiert für mehr Realitätssinn. Eine sofortige Abschaltung aller Atomkraftwerke mache keinen Sinn. Thomas Winsauer von der ÖVP erklärt, wie Vorarlberg bis 2050 die energetische Unabhängigkeit erlangen will. Sachlich und pointiert nehmen Siebt- und Achtklässler anschließend Stellung. Für die überwiegende Mehrheit steht fest: „Die Atomenergie gehört abgeschafft(VN-SGO)

VN-UMFRAGE: Was nimmst du aus der Diskussion zur Atomenergie mit?

 
Elif Aydemir, 17 Jahre aus Dornbirn

Für mich hat sich bestätigt, dass man die Atomkraftwerke wirklich abschalten sollte. Die Diskussion war sehr interessant, man hätte die Schüler allerdings noch mehr miteinbinden können.

 

Isabelle Müller, 17 Jahre aus Altach

Ich nehme mit, dass man sich bei der Beurteilung solch komplexer Fragestellungen auf Fakten stützen sollte. Ich war vor der Diskussion gegen die Atomkraft und bin auch nach der Diskussion dagegen.

 

Jonathan Rapp, 17 Jahre aus Feldkirch

Für mich war die Erkenntnis wichtig, dass man im Kleinen anfangen sollte, will man wirklich auf erneuerbare Energien umsteigen. Jeder kann seinen individuellen Beitrag dazu leisten.

 

Laura Holzer, 18 Jahre aus Nenzing

Ich glaube, es war wichtig darüber zu reden. Bei Katastrophen sollte nicht einfach geschwiegen, sondern gründlich über Konsequenzen nachgedacht werden. Die Diskussion war sehr spannend.

 

Elisabeth Strietzel, 16 Jahre aus Gisingen

Mir ist klar geworden, dass in Vorarlberg viel dafür getan wird, die Atomkraft endgültig zu überwinden. Dass die Schüler stark eingebunden wurden, fand ich einen super Ansatz.

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