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Schlechte Noten für Parteichefs

"Sausgruber hat diese Top-Werte auch nicht über Nacht erhalten. Das muss hart erarbeitet werden." (Edwin Berndt)
"Sausgruber hat diese Top-Werte auch nicht über Nacht erhalten. Das muss hart erarbeitet werden." (Edwin Berndt) ©VOL.AT/ Hartinger
Schwarzach - Vorarlberger beurteilen Einsatz der Parteichefs durchgehend schlechter als noch 2011.

Wie wird der Einsatz der vier Parteiobleute von ÖVP, FPÖ, Grünen und SPÖ in den Themenbereichen Soziales, Verkehr, Arbeitsplätze, Jugend und Bürgerinteressen beurteilt? Insgesamt 500 Vorarlberger wurden vom Göfner Meinungsforscher Edwin Berndt befragt. Das Ergebnis: Alle vier Parteichefs kämpfen laut Berndt mit der ausgeprägten Politikerverdrossenheit der Vorarlberger – und können an ihre Vorjahreswerte nicht mehr anschließen. Vor allem Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) tut sich schwer, den Werten seines Vorgängers Herbert Sausgruber nahezukommen. Für Meinungsforscher Berndt nachvollziehbar: „Sausgruber hat diese Top-Werte auch nicht über Nacht erhalten. Eine Reputation, wie sie Sausgruber hatte, muss hart erarbeitet werden.“ 

Verkehrsprobleme bewegen

Schwächen zeigt Wallner aus Sicht der Vorarlberger bei den Themen Soziales und Verkehr – wo SPÖ-Chef Michael Ritsch (Soziales) bzw. FPÖ-Obmann Dieter Egger (Verkehr) bessere Werte erzielen. „Vor allem beim Verkehr scheinen die Vorarlberger das Gefühl zu haben, dass sich im wahrsten Sinne des Wortes nichts bewegt“, erklärt Berndt. Eine Lösung für das untere Rheintal werde etwa schon „seit Jahrzehnten“ angestrebt – bis dato könnten jedoch keine Ergebnisse präsentiert werden. „Und davon kann die FPÖ profitieren“, sagt der Meinungsforscher. „Egger wird in Sachen Verkehr eine hohe Kompetenz zuerkannt.“ Die SPÖ wiederum habe sich über Jahrzehnte ein gutes Image beim Thema „Soziales“ aufgebaut. Ein Umstand, der laut Berndt auch Ritsch zugute kommt – zumindest in Umfragen. „Bei Wahlen sieht es wiederum anders aus“, sagt er.

Kritische Beurteilung

Generell könne festgestellt werden, dass die Vorarlberger die Einsatzfreude der Parteichefs überdurchschnittlich kritisch beurteilen würden – festzustellen etwa beim Thema „Bekämpfung von Arbeitslosigkeit“. Auch Sausgruber habe hier früher nur mittelmäßige Noten erhalten. „Das Thema Arbeitsplatzsicherheit hat einen sehr hohen Stellenwert. Das hängt mit stets existenten Ängsten zusammen“, betont Berndt. Warum haben sich die Werte trotz der günstigen Arbeitsmarktentwicklung bei allen Politikern verschlechtert? „Auch hier kann eigentlich nur mit der hohen Politikerverdrossenheit argumentiert werden“, so der Meinungsforscher.

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