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Schlafwandlerin stürzte vom Dach

Damals 17-Jährige stürzte neun Meter in die Tiefe.
Damals 17-Jährige stürzte neun Meter in die Tiefe. ©Symbolbild/Bilderbox
Neun Meter tief abgestürzt: 19-Jährige fordert von privater Unfallversicherung 106.000 Euro Schadenersatz.
Schlafwandlerin stürzte neun Meter in die Tiefe

Vom Dach eines Hauses im Bregenzerwald ist die damals 17-jährige Vorarl­bergerin am 20. Juli 2014 neun Meter tief abgestürzt. Sie hat den Absturz mit Brüchen an Lendenwirbeln und den Fersenbeinen schwer verletzt überlebt.

Es wird angenommen, dass es zu dem schweren Unfall gekommen ist, weil sie Schlafwandlerin ist. Demnach war die 17-Jährige nicht bei Bewusstsein, als sie nachts ihr Bett verlassen hat, aufs Hausdach gestiegen und von dort in die Tiefe gestürzt ist.

Arbeitslos. Die mittlerweile 19 Jahre alte junge Frau fordert in einem anhängigen Zivilprozess am Landesgericht Feldkirch von ihrer privaten Unfallversicherung als Schadenersatz für den schweren Unfall 106.000 Euro. Sie ist bei ihrem klagenden Vater mitversichert. Sie beruft sich bei ihren Forderungen auf Berufsunfähigkeit: Wegen der schweren Unfallverletzungen könne sie ihren Beruf als Metalltechnikerin nicht mehr ausüben. Mittlerweile sei sie von ihrem Arbeitgeber gekündigt worden und daher arbeitslos. In dieser Woche wurde in dem Zivilverfahren mit dem ungewöhnlichen Sachverhalt am Landesgericht die letzte Verhandlung durchgeführt. Zivilrichter Gerhard Winkler wird nun in erster Instanz entscheiden, ob die beklagte Versicherung grundsätzlich zahlungspflichtig ist oder nicht.

Hohes Unfallrisiko. Die beklagte Versicherung lehnt jegliche Zahlungen ab. Deren Anwalt vetritt den Standpunkt, dass versicherungsrechtlich gar kein Unfall vorliegt. Denn die erlittenen schweren Verletzungen seien ein Ausfluss der Krankheit der jungen Frau gewesen. Sie sei eine Schlafwandlerin, wie der gerichtlich bestellte Psychiater festgestellt habe. Und Somnambulismus, also das Schlafwandeln, sei eine psychische Krankheit und mit einem hohen Unfallrisiko verbunden.

Zudem, so die Versicherung, sei die 17-Jährige nach dem Besuch eines Zeltfests beim Schlafwandeln mit 1,68 Promille erheblich alkoholisiert gewesen. Damit habe sie gegen den Versicherungsvertrag verstoßen. Auch deshalb sei die Versicherung nicht leistungspflichtig.

Keine Vorfälle seit Kindheit.Klägeranwalt Franz Josef Giesinger hingegen meint, die Versicherung müsse trotz des Alkoholkonsums und des Schlafwandelns die volle Versicherungssumme von 106.000 Euro auszahlen. Seiner Mandantin sei nicht bekannt gewesen, dass sie Schlafwandlerin sei, weil es seit ihrer frühesten Kindheit keine Schlafwandel-Vorfälle mehr gegeben habe. Man mache ja nicht Ansprüche aus Unfallfolgen wegen des Schlafwandelns geltend, sondern wegen des Absturzes vom Hausdach.

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