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Schlafforscher beruhigen: Permanente Sommerzeit halb so schlimm

Schlimmer als die Zeitumstellung wike sich das Smartphone auf den Biorhythmus aus.
Schlimmer als die Zeitumstellung wike sich das Smartphone auf den Biorhythmus aus. ©pixabay.com
Der Mensch könne sich sehr wohl an die permanente Sommerzeit gewöhnen, meinen zwei Salzburger Schlafforscher. Schlimmer sei hingegen die nächtliche Nutzung von Smartphones und Laptops.

An einer permanenten Zeitumstellung hat es bereits einige Kritik gegeben. Der deutsche Schlafforscher Till Roenneberg von der Universität München warnte etwa davor, dass wir dadurch “dicker, dümmer und grantiger” würden. “Aus der wissenschaftlichen Datenlage kann keine klare Empfehlung pro oder kontra Sommerzeit abgeleitet werden”, sagten die Schlafforscher Manuel Schabus und Christine Blume.

“Es gibt keine gut kontrollierte Studie zur dauerhaften Sommerzeit und die Faktoren, die auf den Schlaf wirken, sind komplex. Die fatalen Effekte, die Herr Roenneberg prophezeit, sind unserer Ansicht nach nicht zu erwarten”, entgegnete Schabus.

Menschen sind flexibel genug

“Wir sollten die Flexibilität unserer biologischen Uhr nicht unterschätzen. Wir können große Unterschiede in der Länge der Tage und Nächte im Jahresverlauf kompensieren und uns theoretisch sogar an Tage anpassen, die länger als 24 Stunden sind, wie beispielsweise ein Tag auf dem Mars”, unterstrich Blume. Es sei daher wenig wahrscheinlich, dass eine Stunde länger Dunkelheit in der Früh bzw. eine Stunde länger Tageslicht am Abend für die Gesundheit unserer Gesellschaft solch drastische Konsequenzen haben wird.

Keine Empfehlungen für Sommer- oder Winterzeit

Außerdem gäbe es weltweit viele Regionen, auch in Europa, zum Beispiel in Frankreich und Spanien, in denen die Menschen immer in der “falschen” Zeitzone leben – ohne dass dies große Auswirkungen hat. “Aus wissenschaftlicher und chronobiologischer Sicht wäre es aufgrund der aktuellen Datenlage aus unserer Sicht unseriös, eine klare Empfehlung für dauerhafte Sommer- oder Winterzeit in Zentraleuropa abzugeben”, resümierten Schabus und Blume.

Smartphone und PC als Schlafräuber

Was hingegen tatsächlich einen gesunden Schlaf-Wachrhythmus oft total aus dem Takt bringt, ist laut Studien der Trend in der modernen Gesellschaft, die Nacht zum Tag zu machen. “Besonders problematisch ist demnach die Tatsache, dass sich viele Menschen noch kurz vor dem Zubettgehen intensiv mit ihrem Smartphone beschäftigen oder am Laptop arbeiten”, warnten die Schlafforscher. Die starken Blauanteile des Lichts, mit dem die Leuchtdioden diese Geräte beleuchten, seien “wahre Schlafräuber”.

(APA/red)

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