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Schiffstaufen haben alte Regeln

Zehn Schiffe wurden am Wochenende im kleinen Yachthafen am Rohrspitz getauft. „Ich, Neptun, taufe dich auf den Namen ...!“ Christoph Weissen, alias "Neptun", hat schon über 100 Boote getauft.

Und jetzt würde eigentlich der Moment kommen, in dem die Flasche Champagner am Schiffsrumpf zerschellen sollte. Neptun höchst persönlich weiß Besseres und zwar nach dem Motto „das Gute ins Kröpfchen“. So lässt er erstmal den Korken knallen, tauft mit der heraussprudelnden Fontäne das Boot und füllt anschließend die Gläser. Und das Ganze zehnmal. Denn zehn Boote wurden am Wochenende im kleinen Yachthafen am Rohrspitz getauft.

Ein „Bubble Gum“

Darunter auch das „schwimmende Reich“ von Herbert Klocker und Cornelia Rauter. Das wegen seiner rosa Farbe einem Bubble Gum ähnelnde Schiff trägt den stolzen Namen Poseidon. Wie es dazu kam? „Wir haben den Namen vom Vorbesitzer übernommen“, erklärt Klocker. „So ist der Brauch“, fügt Neptun alias Christoph Weissen kopfnickend hinzu. Schiffstaufen sind eine uralte Sache, doch die Regeln gelten noch heute. Und eine davon lautet: Niemals ein Schiff umtaufen und wenn doch, dann nur mit den Buchstaben des vorherigen Namens.

Über 100 Taufen

Seit fast 30 Jahren ist Christoph Weissen als Neptun unterwegs. Wie alles begonnen hat. „Ich war im Vorstand des Schweizerischen Bodensee Motorbootclubs und irgendwann wurde ich gefragt, ob ich den Neptun bei einer Bootstaufe machen würde“, erzählt er. Klar, dass er für die Sache zu haben war. Und es kam, wie es kommen musste: Aus einer Taufe wurden über 100. Dabei nimmt der „alte Seebär“ die zu taufenden Schiffe ganz genau unter die Lupe, macht die Eigner auf Mängel aufmerksam und stellt Wissensfragen. Und weil Spaß und gute Laune dazu gehören, wird bei Nichtwissen ein nasser Schwamm überm Kopf ausgedrückt.

„Ein Kapitän muss schließlich wasserfest sein“, lacht Weissen, während Günther Brüstle das Wasser übers Gesicht läuft. Auch seine 290-PS-Yacht erhält den neptunschen Segen. Der stolze Name: Mosquito I. Liebe auf den ersten Blick, beschreibt er seine Beziehung. Und damit diese möglichst lange hält, wird getauft.

„Taufe bringt Glück“, weiß Brüstle und so ist es auch. Schließlich beendet Neptun den Akt mit den Worten: „Ich wünsche euch immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel!“

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