Schienengüterverkehr vor dem Aus?

Steht der Schienengüterverkehr vor dem Aus?
Steht der Schienengüterverkehr vor dem Aus? ©VOL Live

NINA nennt sich der jüngste Coup der ÖBB: Bahnverbindungen werden eingeschränkt, gleichzeitig Preise drastisch erhöht.

Empfindliche Tariferhöhungen bei gleichzeitiger Reduktion des Angbotes, so lassen sich die jüngsten Umstrukturierungsmaßnahmen der ÖBB bzw. ihrer Tochter Rail-Cargo-Austria kurz zusammenfassen. Im neuen System NINA (Nationales Intermodales Netzwerk Austria) fungiert Wels als zentraler Hub mit Verbindungen nach Wien, St. Michael (Stmk), Graz, Villach, Salzburg, Hall, Bludenz und Wolfurt, wobei die Frequenz dieser Verbindungen deutlich gesenkt wird. Unternehmen und Logistikzentren abseits dieser Hauptrouten stehen Preiserhöhungen um bis zu 300 Prozent ins Haus.

Ende für den Güterverkehr auf der Schiene

Mit staatlichen Zuschüssen wurden in den vergangenen Jahren bedeutende Summen in den Ausbau des Schienennetzes gesteckt. Doch nun ist die ÖBB bzw. RCA auf dem besten Wege mit Umstrukturierungsmaßnahmen den unbegleiteten nationalen Verkehr endgültig zu zerschlagen. Aus Kostengründen soll das Nachsprungnetz, mit dem bisher alle 15 österreichischen UKV-Terminals miteinander verbunden waren, ersetzt werden. In diesem Zusammenhang werden nun Relationen gestrichen und gleichzeitig die Preise drastisch erhöht.

“Der Zusammenbruch der Schienengüterverkehrs wird langsam aber sicher eingeleitet”, kommentiert WKV-Präsident Manfred Rein die jüngsten Maßnahmen der ÖBB und ihrer Güterverkehrstochter Rail Cargo Austria. Deren Bestreben rentabler zu werden, habe fatale Folgen für die heimische Wirtschaft. Zum einen wird durch eine Neustrukturierung das Bahnangebot stark reduziert, andererseits werden im gleichen Zuge die Preise deutlich angehoben. “Belieferungen von Kunden werden nun länger dauern, etwas was nicht von allen Kunden akzeptiert werden wird. Wir können daher davon ausgehen, dass eine Rückverlagerung großer Güterströme auf die Straßen damit unausweichlich ist. Letztlich wird so auch der Wunsch der Politik nach mehr Verkehr auf der Schiene hintertrieben”, so Rein.
Ein Ausweichen auf den kostengünstigeren und v.a. im Gegensatz zu der unkalkulierbaren und sprunghaften Angebots- und Preisstrategie der RCA berechenbaren Lkw ist die logische Konsequenz. Auf der Relation Wien/Wels – Bludenz/Wolfurt zum Beispiel wird die Bahn ca. bis zu 6.000 LKW Ladungen pro Jahr an die Straße verlieren. Rein: “Auch wenn das Streben von Rail Cargo Austria nach höherer Wirtschaftlichkeit der Verkehre grundsätzlich richtig ist, sollten die Maßnahmen in ihrer Konsequenz dem Verkehrsträger Schiene dienen und nicht nachhaltig schaden.”
Falsches Signal in Zeiten von rigiden Klimazielen

Betroffen von der Neuordnung sind auch die für die heimische Wirtschaft so wichtigen Bahnverkehre in und aus den Seehäfen. Mehrere hunderttausend Container werden jährlich auf der Bahn schwerpunktmäßig nach Hamburg, Bremerhaven und Rotterdam gefahren oder von dort nach Österreich befördert. Diese neuen Maßnahmen verbunden mit den Preiserhöhungen werden bedeuten, dass die ÖBB enormes Volumen verliert, was auf die Bilanz der ÖBB große negative Auswirkungen haben wird.
“In Zeiten von rigiden Klimazielen und eines sich wandelnden öffentlichen Bewusstseins in Richtung einer umweltverträglichen, nachhaltigen Verkehrs kann es wohl nicht im Sinne der politischen Entscheidungsträger sein, dass der Schienengüterverkehr sukzessive kaputt gespart wird”, so Präsident Manfred Rein.

Quelle: Wirtschaftskammer Vorarlberg

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