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Scharfschützen töten in Libyen Demonstranten

In Libyen haben Scharfschützen einem Augenzeugen zufolge am Freitag mindestens drei Gegner von Machthaber Muammar Gaddafi erschossen.

In der Stadt Benghazi im Osten habe sich das Militär von den Straßen auf ein eingezäuntes Gelände zurückgezogen, sagte ein Anrainer. Von dort werde geschossen. Tausende Menschen seien auf den Straßen. Eine unabhängige Bestätigung für die Angaben gab es nicht. Aus Sicherheitskreisen hieß es, die Situation in Benghasi sei zu 80 Prozent unter Kontrolle.

Anzeichen für eine landesweite Revolte gab es nicht. Abseits des Gebietes im Osten erschien die Lage in Libyen am Samstag ruhig. In der rund 1000 Kilometer östlich der Hauptstadt Tripolis gelegenen Stadt hat Gaddafi weniger Rückhalt in der Bevölkerung.

Der britische Außenminister William Hague verurteilte den Einsatz von Scharfschützen als völlig inakzeptabel und entsetzlich. Beobachter rechneten nicht mit einem Umsturz wie in Ägypten, wo Präsident Hosni Mubarak unter dem Druck tagelanger Proteste zurücktrat. Experten zufolge wird Gaddafi in weiten Teilen des Landes respektiert, zudem ziehe er aus dem Ölexport genügend Geld, um soziale Probleme abzufedern.

Das Ausmaß der Proteste ist schwer abzuschätzen, da die Medien einer strengen staatlichen Zensur unterliegen. Ausländische Journalisten sind nicht zugelassen, einheimischen wurde die Reise nach Benghazi verwehrt. Mobilfunkverbindungen in Städte im Osten des Landes waren häufig unterbrochen. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wurden bei den Protesten in den vergangenen drei Tagen mindestens 84 Menschen getötet.

In mehreren arabischen Ländern fühlen sich die Menschen nach den Umstürzen in Tunesien und Ägypten zu Demonstrationen ermutigt. Die Welle der Proteste für Demokratie und soziale Reformen reichte am Samstag von Algerien in Nordafrika über den Jemen, Bahrain, Oman und Kuwait bis zum Kleinstaat Dschibuti am Horn von Afrika.

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