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Schaffa, schaffa, Hüsle … - die 10 Gebote für Gsiberger „Baumeister“, Teil 1

Der Haus- und Wohnbau liegt uns Vorarlbergern ähnlich im Blut wie Südländern die Siesta, den Skandinaviern die Seefahrt und den Slawen ihr Wochenenddomizil (es geht ja nichts über Klischees). Damit es aber kein schlimmes Erwachen bei der Planung gibt, haben wir die 10 wichtigsten Gebote in (Ziegel-)Stein gemeißelt, die wir euch in zwei Teilen präsentieren.
Wohnkreditrechner
Vorarlberger Sparkassen

Schabmann_Andreas_110197
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Über 1.000 private Wohn- und Hausbauprojekte werden jährlich (!) im Ländle umgesetzt (laut Statistik Austria). Von klein auf dreht sich bei uns also fast alles um die Frage, wo, wann und wie groß die eigenen vier Wände denn sein sollen. Über das „wie“ zerbricht man sich ja meist (leider) erst viel später den Kopf.  Pate gestanden ist dieses Mal Finanzprofi Andreas Schabmann (Foto), Leiter des
Wohn² der Dornbirner Sparkasse
. Zu guter Letzt brauchen wir aber auch eure Hilfe: Wenn ihr schon Bauerfahrungen gesammelt habt, welche Gebote fallen euch noch ein?

 

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1. Du sollst über deine Ausgaben Bescheid wissen.

Klingt im ersten Moment einleuchtend, aber weißt du wirklich, wie viel Euro für Handy, Internet, Leasing, Freizeit, Streaming-Dienst usw. jeden Monat vom Konto fließen? Die Lösung und gleichzeitig Grundlage für fast jede größere Anschaffung lautet: die Haushaltsrechnung. „Nicht nur junge Leute staunen, wenn sie erst einmal schwarz auf weiß vor sich haben, wie hoch die fixen Ausgaben im Monat sind“, so Andreas Schabmann. „Diese Rechnung ist entscheidend, wenn es um die mögliche Kreditbelastung geht. Wenn man seinen eigenen Wohnraum will, muss man eben auch mal verzichten oder Kompromisse eingehen. Ich hatte etwa einen Kunden, der mit 1.700 Euro monatlich seine vierköpfige Familie versorgen musste. Da wird jeden Sonntag beraten, was in der Woche an Lebensmitteln gekauft wird und wie viel Geld sonst noch zur Verfügung steht.“ Praktischerweise gibt es neben Online-Wohnkreditrechnern und Apps fürs Onlinebanking auch Programme, die bequem und übersichtlich die Ein- und Ausgaben auflisten/sortieren.

 

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2. Du sollst an deine Zukunft denken.

Wieder so ein weiser Ratschlag, der aber doch so entscheidend sein kann. Wie willst du einmal leben? Ohne viel Verpflichtungen in einer Wohnung? Mit deinem Partner bauen? Und für Vorarlberger ganz wichtig: Gibt es schon einen Baugrund? Andreas Schabmann: „Schon lange bevor der erste Ziegel gesetzt wird, sollte man mit der finanziellen Vorarbeit beginnen. Gerade dann, wenn man ,flüssig‘ ist. So langweilig bzw. konservativ etwa der gute alte Bausparer auch sein mag, geschadet hat das Geld später noch niemandem.“

 

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3. Höre nicht auf die Einflüsterer.

Jeder von uns hat sie. Diese Kollegen, die immer alles besser wissen, alles schon gesehen oder erlebt haben und mit ihrer Meinung auch nicht sparsam sind. Aber: „Wenn es um finanzielle Themen geht, muss jeder auf sich und seine Lebenssituation schauen. Die Raten muss man ja auch selbst zurückzahlen“, weiß der Finanzprofi aus Erfahrung. „Hier sind immer die persönlichen Verhältnisse entscheidend. Das beginnt mit der Haushaltsrechnung und hört bei der Risikobereitschaft auf.“

 

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4. Finde den Banker deines Vertrauens.

Mal ehrlich: Einen Deal für die eigenen vier Wände schließt man nicht nebenbei in ein paar Minuten ab. Ein Bankberater bekommt dabei einen meist tiefen Einblick in die Privatsphäre, regelmäßige Termine über Monate, vielleicht sogar Jahre hinweg folgen. Umso wichtiger ist es also, wen ich mir dabei aussuche. „Der Berater nimmt in dieser Angelegenheit eine Schlüsselposition ein. Er hilft beim Zusammentragen aller Unterlagen, lässt seine Erfahrung bei Bauplänen, Angeboten, Abwicklungen usw. miteinfließen und bleibt bis über den Bauabschluss hinaus wichtiger Ansprechpartner. Durch den oft sehr privaten Einblick wird man schnell vom Finanz- zum Lebensberater.“

»Man sollte immer mehrere Finanzierungsangebote einholen, dabei aber auch auf die Details achten. Beispiel: „Viele Anbieter zählen bei der Haushaltsrechnung Urlaubs- und Weihnachtsgeld zu den verfügbaren Mitteln und kommen so auf ein besseres Ergebnis. Ich finde das nicht wirklich klug, denn aus Erfahrung weiß ich, dass dieses Geld für den namensgebenden Zweck bzw. für Notfälle verwendet werden sollte.“«

 

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5. Ohne Moos, äh Eigenmittel, nix los.

Wenn man nicht gerade ein Top-Manager ist, sollte man für jedes Wohn- und Bauvorhaben 10-20% Eigenmittel zur Verfügung haben. Das erleichtert die Kreditvergabe und mindert die monatlichen Raten. Auch wenn Sparen unpopulär ist, will man früher oder später sein Eigenheim, kommt man nicht umhin. Vor allem: Sei ehrlich mit dir selbst! Mit falschen und ungenauen Angaben schneidet man sich nur selbst ins Fleisch, „Wenn keine oder zu geringe Mittel vorhanden sind, bekomme ich oft zu hören: ,Ich habe ja bisher gelebt!‘. Hat man sich aber einmal an einen gewissen Lebensstandard gewöhnt, will man auch in Zukunft nicht darauf verzichten. Das vergessen leider viele“, so Schabmann.

 

Fortsetzung folgt nächste Woche! Jetzt ist eure Meinung gefragt: Welche Gebote/Ratschläge habt ihr für Vorarlberger „Baumeister“ auf Lager? Welche Erfahrungen habt ihr bisher gemacht?

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