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Saubere Energie teurer als erwartet

In der dritten Juliwoche werden die Arbeiten am Montforthaus beginnen.
In der dritten Juliwoche werden die Arbeiten am Montforthaus beginnen. ©Stadt
840.000 Euro Mehrkosten für Nutzung der Grundwasserwärme im Montforthaus – Gesamtkosten bleiben limitiert.

Feldkirch. (VN) Nach zahlreichen geologischen Untersuchungen und mehreren Probebohrungen ist klar: Im Bereich Mühletorplatz gibt es ein Grundwasserfeld, das für die Beheizung und Kühlung des neuen Montforthauses genutzt werden kann. Die Suche nach einer entsprechend ergiebigen Stelle, die etwa 50 Liter je Sekunde liefern muss, gestaltete sich allerdings aufwendiger als ursprünglich gedacht. So war ursprünglich angenommen worden, dass im Bereich Gymnasiumhof ein Grundwasserfeld liegt, das genügend Wasser in der passenden Temperatur liefern könnte. Die Probebohrungen widerlegten allerdings diese Annahmen. Auch in der Schlossergasse, wo im Oktober des Vorjahres eine Probebohrung bis in 25 Meter Tiefe vorgenommen wurde, konnte nur eine „magere“ Grundwasser-Schüttung festgestellt werden.

Enormer Mehraufwand
Fündig geworden ist man schließlich bei zwei weiteren Bohrungen im Bereich des Mühletorplatzes. Hier konnten zwei Stellen ausgemacht werden, die jeweils etwa 25 Liter Grundwasser mit einer konstanten Temperatur von etwa acht bis zehn Grad liefern. Weil zwei Brunnen errichtet werden müssen, wird das neue Energieversorgungssystem aber um rund 840.000 Euro teurer, als ursprünglich kalkuliert.

Alternativen geprüft
Im Vergleich mit acht anderen möglichen Varianten – zum Beispiel auch mit reiner Erdgasversorgung – sei die Grundwasser-Wärmegewinnung auf Dauer dennoch die kostengünstigste Lösung, heißt es vonseiten der Stadt Feldkirch. Im Lenkungsausschuss zur Montforthaus-Planung waren sich die Mitglieder einig, die höheren Anfangsinvestitionen in Kauf zu nehmen. Andererseits sind die Gesamtkosten für das Montforthaus von Anfang an streng limitiert worden. Der Kostenrahmen für die Umsetzung des Neubaus inklusive der Erweiterung der Tiefgarage (rund zwei Millionen Euro) beläuft sich auf 37,8 Millionen Euro. Im Stadtbudget für das Jahr 2012 sind rund sechs Millionen Euro vorgesehen.

Abstriche bei Umsetzung
Der Lenkungsausschuss hat deswegen beschlossen, einen Teil der Mehrkosten in der Höhe von 540.000 Euro durch Einsparungen und Umschichtungen in anderen Baubereichen auszugleichen. Die städtebaulich interessante Verlängerung der Lauben der Marktgasse in Form eines Durchganges durch das Pädagogische Förderzent­rum kann allenfalls zu einem späteren Zeitpunkt realisiert werden.
Die restlichen 300.000 Euro Mehrkosten sollen über eine entsprechende Erhöhung der Zahlungen für das Energie-Contracting mit den Stadtwerken „eingespielt“ werden. Über dieses „Energiepaket“, das von den bisher damit befassten politischen Gremien befürwortet worden ist, werden die Stadtvertretung in ihrer nächsten Sitzung am 13. März und der Verwaltungsrat der Stadtwerke Feldkirch noch einmal beraten und schließlich auch darüber entscheiden.

Energieverbrauch halbiert
Im Vergleich zum bestehenden Gebäude wird das neue Montforthaus deutlich weniger Energie verbrauchen. Etwa 500.000 Kilowattstunden Energie werden im neuen Haus für die Heizung im Winter und die Kühlung im Sommer benötigt. Gegenüber dem derzeitigen Energieverbrauch ist das eine jährliche Einsparung von etwa 50 Prozent. Und zudem wird die notwendige Energie aus einer umweltfreundlichen Quelle stammen: Für die Kühlung und Beheizung des neuen Montforthauses soll primär Grundwasserwärme genutzt werden.

Bürgerforum Feldkirch: vn.vol.at/buergerforum
Wie ist Ihre Meinung zur Energieversorgung im neuen Montforthaus? Das VN-Bürgerforum ist eine Möglichkeit, Stellung zu nehmen und mit den VN und den Verantwortlichen Lösungen zu finden. Infos: vn.vol.at/buergerforum

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