Sanierungsoffensive im Wohn- und Altbau

Bregenz - Während das Land im Rahmen der Wohnbauförderung neue Akzente in Richtung Sanierung des bestehenden Baubestandes setzt, fordert Wirtschaftskammer-Präsident Kuno Riedmann im VOL Live-Interview gemeinsam mit LR Manfred Rein zusätzliche steuerliche Anreize von Seiten des Bundes.  | Landesrat Manfred Rein  | Wirtschaftskammer-Präsident Kuno Riedmann Gebhard Pfeiffer von Pfeiffer Gerüstbau, Lauterach 

Großes Sanierungspotenzial in Vorarlberg ausschöpfen

“Das große Energieeinsparpotential liegt in der umfassenden thermischen Sanierung unseres Gebäudebestandes, denn thermische Sanierung bedeutet echte Verbrauchsreduktion. Wenn sich die Energiepreise bereits in den nächsten 12 Jahren verdreifachen, muss bei einer Sanierung der Verbrauch mindestens geviertelt werden. Hier schlummern große Wachstumschancen, die dem Endverbraucher bzw. Bewohnern mittel- und langfristig echte Entlastung von den hohen unkalkulierbaren Energiekosten bietet”, erklärt Landesrat Manfred Rein. Durch eine Verringerung der CO2-Emissionen reduziert sich auch der Zukauf von CO2-Zertifikaten. “Wir leisten damit auch einen Betrag zur Erfüllung der Kyoto-Klimaschutz-Ziele.”

Landesrat Manfred Rein

“Mit dem ökologisch orientierten Wohnbau sind wir in Vorarlberg auf dem richtigen Weg, um unsere Verantwortung für den Klimaschutz wahrzunehmen und vor allem unsere Verantwortung gegenüber den nachfolgenden Generationen. Klimaschutz ist etwas Abstraktes. Unsere Enkel und Urenkel sind da schon etwas Anderes. Und diesen sind wir in Wahrheit verpflichtet.”

Mehrfache Vorteile durch eine MwSt-Halbierung auf 10%

Für das Baugewerbe wie für die baunahen Handwerker ist die Sanierung alter Bausubstanz und historisch wertvoller Gebäude zu einer wichtigen konjunkturellen Stütze geworden. Österreichweit fließen zwar 22 Prozent der Wohnbaufördermittel in die Sanierung, aber damit kann nur rund ein Prozent des Gebäudestandes saniert werden. “Das ist eindeutig zu wenig, will man die ernergie-verschwendenden ‘Bausünden’ früherer Zeiten korrigieren und bei den selbst gesteckten Klimaschutzzielen weiterkommen”, so WKV-Präsident Kuno Riedmann.

Wirtschaftskammer-Präsident Kuno Riedmann

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Es brauche endlich ein Zeichen des Bundes, die Mehrwertsteuer von Handwerksleistungen von 20 % auf 10 % zu halbieren. Die EU sieht künftig mehr Spielraum für eine reduzierte Mehrwertsteuer vor.

Dem bisherigen Argument des Bundes, man brauche diese Steuereinahmen, entgegnet Riedmann, dass den Steuerausfällen durch einen verminderten Mehrwertsteuersatz zusätzliche Einnahmen des Staates aus Steuern und Sozialabgaben der Neubeschäftigten, aus Unternehmensgewinnen und Einsparungen von Transferleistungen gegenüberstehen, die unter anderem auch durch die Eindämmung der Schwarzarbeit möglich werden.

Alternative Lösungsansätze

Sollte sich eine Entscheidung der EU-Staaten allerdings zu sehr in die Länge ziehen, muss die Möglichkeit der Absetzbarkeit von Handwerksleistungen in der Einkommenssteuerveranlagung oder die Geltendmachung von Sonderausgaben in Österreich rasch umgesetzt werden.

Gebhard Pfeiffer von Pfeiffer Gerüstbau, Lauterach

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