Saisonierkontingente: Neuregelung kommt

Die Neuregelung sorgt für mehr Planbarkeit für Betriebe und Mitarbeiter.
Die Neuregelung sorgt für mehr Planbarkeit für Betriebe und Mitarbeiter. ©Dietrich/Miro/Steurer
VP-Tourismusssprecherin Vonier und Wirtschaftsbund-Direktor Kessler begrüßen die neue Regelung, wünschen sich jedoch ein frühzeitiges in Kraft treten.

"Die Neuregelung der Saisonierkontingente erhöht die Planbarkeit für unsere Betriebe. Sie ist ein wichtiger Mosaikstein gegen den massiven Mitarbeitermangel im Tourismus“ begrüßt VP-Tourismussprecherin Monika Vonier die neue Regelung. Wirtschaftsbund-Direktor Jürgen Kessler ergänzt „Wir würden uns wünschen, dass die Regelung früher in Kraft tritt, damit sie auch schon in der bevorstehenden Wintersaison ihre Wirkung entfalten kann. Wir erwarten uns diesbezüglich noch eine Verbesserung“.

Tourismus mit 31.000 Arbeitsplätzen

Die Tourismuswirtschaft trage etwa ein Fünftel zur gesamten Wirtschaftsleistung Vorarlbergs bei. Das gehe aus einer Studie hervor, die im Rahmen der Entwicklung der Tourismusstrategie 2030 vor Kurzem präsentiert worden sei. Die Vorarlberger Tourismuswirtschaft sorge laut den Studienautoren für insgesamt rund 31.000 Vollzeitarbeitsplätze im Lande mit der damit verbundenen Wertschöpfung. „Gerade in der Wintersaison kann jedoch nur ein Teil der benötigten Arbeitskräfte aus der Region rekrutiert werden. Die Corona-Pandemie hat den Mitarbeitermangel im Tourismus noch verschärft. Viele Betriebe vertrauen seit vielen Jahren auf Fachkräfte aus EU-Drittstaaten. Sie sind ein unverzichtbarer Teil, damit in Vorarlbergs Tourismusdestinationen ein qualitativ hochwertiges Urlaubserlebnis angeboten werden kann. Mit den neuen Regelungen für Stammsaisonierkräfte gibt es nun mehr Planbarkeit für Betriebe und Mitarbeiter:innen“, begrüßen Vonier und Kessler, dass eine langjährige Forderung der Branche umgesetzt wurde.

Anzahl Arbeitskräfte aus Drittstaaten fixiert

Bis dato war die Anzahl der Arbeitskräfte aus Drittstaaten mittels eines fixen Kontingents fixiert. Dazu Vonier: „Vor allem wurde nicht unterschieden zwischen Stammsaisonierkräften, die seit vielen Jahren während der Sommer- und Wintersaison fix bei einem heimischen Betrieb beschäftigt sind und jenen, die kurzfristig zur Abdeckung von Beschäftigungsspitzen rekrutiert werden. Damit wurde die Personalplanung für unsere Tourismusbetriebe jedes Jahr zur Zitterpartie“. Die notwendige Differenzierung sei nun von der Bundesregierung anerkannt worden und mittels einer flexiblen Festlegung der Saisonierkontingente abgebildet.

„Saisonarbeitskräfte können nun Beschäftigungsbewilligungen außerhalb von Kontingenten und ohne Arbeitsmarktprüfung für diese Saison erhalten, wenn diese unter den folgenden Kriterien bereits in Österreich beschäftigt waren: In den vergangenen fünf Kalenderjahren (2017 bis 2021); in zumindest drei Kalenderjahren; im selben Wirtschaftszweig Tourismus jeweils mindestens drei Monate oder im Rahmen von Kontingenten“, erläutert Vonier die Voraussetzungen für die Anerkennung als Stammsaisonierkraft. Die Stammsaisoniers müssen sich bis April 2022 beim AMS registrieren und stehen anschließend jedes Jahr als Saisoniers in der Branche zur Verfügung, womit sie dauerhaft von den Erleichterungen profitieren.

Flexiblere Handhabung

Die Bundesregierung habe darüber hinaus die gesamte Regelung für die Kontingente für Saisonarbeitskräfte auf neue unbürokratische Beine gestellt: „Künftig braucht es keinen Beschluss der Bundesregierung im Rahmen der Niederlassungsverordnung. Die konkreten zahlenmäßigen Kontingente für befristet beschäftigte Drittstaatsangehörige werden jetzt vom Arbeitsminister in einer Verordnung festgelegt. Damit können die Kontigente zukünftig flexibler gehandhabt werden und das in enger Abstimmung mit den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes“, freut sich VP-Tourismussprecherin Monika Vonier.

208 Kontingent-Arbeitsplätze

„Für die kommende Wintersaison sind aktuell 208 Kontingent-Arbeitsplätze vorgesehen“ so Vonier und Kessler ergänzt „Das reicht nicht aus, den notwendigen Bedarf an Mitarbeiter zu decken. Wir haben daher in den letzten Tagen weitere Gespräch angeregt, damit die Neuregelung auch schon für die in Kürze startende Wintersaison ihre Wirkung entfalten kann“.

Akuter Mitarbeitermangel

Den akuten Mitarbeiter:innenmangel sehen Vonier und Kessler als eine der größten Herausforderungen für die Tourismusbranche. „Gute, motivierte Mitarbeiter:innen sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor für eine weiterhin positive Entwicklung des Tourismus in Vorarlberg. Die präsentierten Kontingentregelungen werden selbstverständlich nicht die alleinige Antwort sein können. Gleichzeitig gilt es weiterhin intensiv am Image des touristischen Arbeitsplatzes, den Rahmenbedingungen und an der Ausbildung des touristischen Nachwuchs zu arbeiten." Potenziale sehen beide noch bei möglichen Quereinsteigern und Rückkehrern, die es bestmöglich zu unterstützen gelte. Weiteren Handlungsspielraum gebe es auch in einer punktuellen Überarbeitung der Rot-Weiss-Rot-Karte, um Schlüsselarbeitskräfte in Mangelberufen, wie z.B. Koch/Köchin ins Land holen zu können.

(Red.)

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