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Sänger Ville Valo startet mit "Neon Noir" seine Solokarriere

2013 gastierte Valo noch mit seiner Band HIM in Österreich
2013 gastierte Valo noch mit seiner Band HIM in Österreich ©APA/HERBERT P. OCZERET
Mit düster-melancholischen Rocksongs wie "Heartache Every Moment", "Poison Girl" oder "In Joy And Sorrow" feierte die finnische Band HIM vor allem ab dem Jahr 2000 große Erfolge. Die Single "Join Me In Death" mit dem markanten Klaviermotiv hatte die Gruppe um Sänger Ville Valo weltberühmt gemacht. Doch 2017 machten die Finnen Schluss. Nach diversen Projekten in seiner Heimat lanciert der 46-jährige Valo jetzt mit seinem ersten Album seine Solokarriere.

"Neon Noir" heißt das am Freitag erscheinende Werk, das er fast im Alleingang eingespielt hat. Alle Instrumente spielt Valo selbst. Als er Ende 2019 mit der Arbeit am Album begann, hatte er nur ein Demo produzieren wollen, um dann eine Band zusammenzustellen. Doch der schlaksige Finne überlegte es sich anders. "Ich hatte keinen Plattenvertrag, keinen Druck, keine Fristen", so Valo im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in London. "Ich habe gedacht: Das ist ein Weg, den ich vorher nie gegangen bin. Also versuche ich es mal und schaue was passiert. Dann kam Corona, also hätte ich sowieso keine Band gefunden."

Der Aufwand hat sich gelohnt, nicht nur, weil er Valo durch die düstere Corona-Zeit half, sondern weil ein starkes Album dabei rausgekommen ist. In den melancholischen Songs auf "Neon Noir" treffen Gitarrenriffs auf atmosphärische Synthesizer, während Valo mit gewohnt sanfter - manchmal fast zerbrechlicher - Stimme singt. "Ich habe mich schon immer am wohlsten irgendwo zwischen Black Sabbath und Depeche Mode gefühlt", sagt der Sänger über zwei seiner wichtigsten Einflussgrößen. "Ich wollte nie nur das eine oder das andere machen." Das war schon das Erfolgsrezept von HIM und ist es auch für den ehemaligen Frontmann, der sich auch VV nennt.

Eine komplette Abkehr vom HIM-Sound ist Valos Soloalbum nämlich nicht, eher eine Fortsetzung mit neuen Elementen. Seine erste Single, "Loveletting", erinnert mit ihrem Klavier sogar ein wenig an "Join Me In Death". Das ist aber die Ausnahme. Zu den herausragenden Tracks seines Soloalbums zählen die softe, elektronisch anmutende Ballade "Baby Lacrimarium", der Synthie-Popsong "In Trenodia" und der schwere Siebenminüter "Vertigo Eyes" zum Ausklang des Albums.

"Ich habe 99 Prozent der Songs für HIM geschrieben, war das Gesicht, habe all die Songs gesungen und so, es gibt also logischerweise Ähnlichkeiten und ich fand das irgendwie schön", sagt Valo. "Ich dachte, jetzt habe ich reinen Tisch gemacht und kann machen, was ich will. Und dann lande ich wieder bei etwas Ähnlichem. Das bedeutet, dass es die ganze Zeit richtig war, meinen Instinkten zu vertrauen."

Sogar das HIM-Bandlogo hat der Sänger mit einer kleinen Änderung übernommen. Das sogenannte Heartagram, eine Mischung aus einem Herzen und einem Pentagramm, enthält nun die Buchstaben VV für Ville Valo. Er selbst hat sich im Übrigen auch kaum verändert, zumindest optisch. Er trägt immer noch Mascara und wirkt, selbst wenn er ernst oder verträumt schaut, immer so, als müsse er gleich schmunzeln.

Mit "Neon Noir" will der ehemalige HIM-Frontmann das nächste Kapitel aufschlagen. Dass es eines Tages eine Reunion gibt, will er aber keinesfalls ausschließen. "Wir sind keine Feinde", sagt Valo, "aber ich glaube, es hätte dazu kommen können. Wir haben gemerkt, dass wir den Funken verloren hatten und es sich nicht mehr richtig anfühlte. Und das ist der einzige gute Grund, um eine Band aufzulösen."

Inzwischen hat Ville Valo neue Musiker um sich versammelt. Und bei den Konzerten auf der kommenden Tournee dürfen sich die Fans auch auf die alten Hits freuen. "50 Prozent der Lieder werden von HIM sein", versichert VV. "Es ist also definitiv dieselbe Geschichte, die jetzt fortgesetzt wird."

(S E R V I C E - Ville Valo bei Facebook: )

(APA/dpa)

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