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Russland: Flugzeugabstürze waren Anschläge

Die Abstürze der beiden russischen Flugzeuge in der Nacht auf Mittwoch, bei denen 90 Menschen ums Leben kamen, sind nach Angaben der Ermittler jeweils durch Terroranschläge ausgelöst worden. - Zwei Tschetscheninnen waren die Attentäter.

„Wir können jetzt mit der größten Sicherheit sagen, dass beide Flugzeuge durch Terrorakte zerstört wurden“, zitierte die russische Nachrichtenagentur ITAR-TASS einen Sprecher des Inlandsgeheimdiensts FSB. Es handelt sich um die erste offizielle Bestätigung für die Attentate, nachdem der Fund von Sprengstoff an beiden Maschinen schon zuvor kaum Zweifel gelassen hatte.

Die Maschinen wurden nach Regierungsangaben nicht entführt. Die beiden mutmaßlichen Attentäterinnen waren einem Zeitungsbericht zufolge Freundinnen.

Beide Maschinen seien durch Explosionen zum Absturz gebracht worden, sagte der FSB-Sprecher. Schon in den vergangenen Tagen hatten die Behörden mitgeteilt, dass an beiden Tupolews – eine war nahe der Stadt Tula, die andere nahe der Stadt Rostow-am-Don abgestürzt – Sprengstoff gefunden worden war. Dass es sich dabei um die hochexplosive Substanz Hexogen handelt, könne bisher aber nur für eine der beiden Maschinen bestätigt werden, sagte der FSB-Sprecher.

Die beiden Tupolew-Maschinen waren fast zeitgleich abgestürzt. Laut Flugschreiber-Daten könne nicht von Entführungen ausgegangen werden, sagte der russische Verkehrsminister Igor Lewitin. Nichts deute darauf hin, dass sich außer den Explosionen selbst an Bord etwas abgespielt habe.

Die beiden mutmaßlichen Attentäterinnen hätten gemeinsam mit zwei weiteren Frauen in einer Wohnung in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny gelebt, berichtete die russische Tageszeitung „Iswestija“. Sie seien miteinander befreundet gewesen. Die 30-jährige Amnat Nagajewa und die 37-jährige Satsita Jebirchanowa hätten bis vor kurzem ihren Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Kleidung auf dem zentralen Markt von Grosny verdient.

Zwei Tage vor den Flugzeug-Attentaten seien die beiden Frauen auf einem Busbahnhof in der benachbarten Kaukasus-Republik Dagestan gesehen worden, wo sie einen Bus bestiegen. Augenzeugen könnten sich allerdings nicht an das Ziel der beiden Frauen erinnern, berichtete „Iswestija“.

Die russischen Behörden konzentrieren ihre Ermittlungen derzeit auf die beiden Frauen. Sie waren die einzigen unter den 90 Toten der beiden Flugzeugcrashs, nach denen sich keine Angehörigen erkundigt hatten. Außerdem waren die Teile ihrer Leichen nach den Abstürzen weiter verstreut als jene anderer Passagiere.

Schieder erklärt Unterstützung im Kampf gegen Terrorismus

Der Präsident der Parlamentarischen Versammlung des Europarats, der Österreicher Peter Schieder, hat die Terroranschläge gegen zwei Flugzeuge in Russland von vergangener Woche scharf verurteilt. Nun, da dass der russische Inlandsgeheimdienst FSB bestätigt habe, dass es sich um Anschläge gehandelt habe, wolle er „die volle Unterstützung der parlamentarischen Versammlung im Kampf gegen den Terrorismus“ erklären, so Schieder Montagabend in einer Stellungnahme.

„Dieser abscheuliche Akt belegt, dass die internationale Koordination gegen den Terrorismus noch deutlich werden muss“, meint er. Keine Form von Terrorismus, welchem Zweck sie auch vorgebe zu dienen, könne jemals gerechtfertigt werden, so der Parlamentspräsident des Europarats.

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