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Rumänische Bankomatkassen-Betrüger vor Gericht

Feldkirch - Zwei Mitglieder einer rumänischen Bande von Bankomatkassen-Manipulierern mussten sich am Montag vor dem Landesgericht Feldkirch verantworten. Bilder 

Die beiden 31 und 36 Jahre alten Männer wurden laut ORF Radio Vorarlberg wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs in einer kriminellen Vereinigung zu fünf bzw. zwei Jahren Haft verurteilt. Sie sollen im Sommer 2006 in Geschäfte eingebrochen, dort die Bankomatkassen ausgebaut, manipuliert und wieder eingebaut haben, um an die PIN-Codes zu gelangen. Österreichweit entstand so ein Schaden von rund einer halben Mio. Euro, in Vorarlberg waren es rund 25.000 Euro.

Die beiden Männer bezichtigten sich am Montag vor Gericht gegenseitig, Haupttäter zu sein. Sie zeigten sich laut dem Rundfunkbericht bezüglich der Einbrüche in Geschäfte in Feldkirch und Dornbirn geständig, erklärten aber, nur Kleingruppe einer mehr als hundertköpfigen Bande zu sein. Der technisch versierte, mutmaßliche Haupttäter wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt. Sein Komplize, der vor allem für die Einbrüche zuständig gewesen sein soll, erhielt eine Haftstrafe von zwei Jahren. Als erschwerend rechnete das Gericht die lange Tatzeit, den großen Schaden, die Wiederholung und die Bildung einer kriminellen Vereinigung an.

Einer der mutmaßlichen Täter wurde im Herbst 2008 in Deutschland gefasst. Zur selben Zeit wurde über internationale Polizeiarbeit ein weiterer Tatverdächtiger in Rumänien festgenommen, er saß bis zu seinem Prozess in der Justizanstalt Feldkirch ein. Die insgesamt sechsköpfige Bande soll von Juni bis September 2006 in mehreren Bundesländern Bankomatkassen, sogenannte POS-Terminals, manipuliert haben. Dadurch gelangten die Männer an die PIN- und Kartendaten von Kunden.

Damit fertigten die Betrüger Duplikate der Karten an und behoben im Ausland, etwa in Spanien, Schweden, Frankreich und Italien, Geld von den Konten. Insgesamt stahlen die Täter so bei 1.500 Abhebungen rund 500.000 Euro. Bei weiteren 2.000 Behebungs-Versuchen wurde das Bargeld nicht freigegeben. Die Kartenbenützer wurden laut Polizeiangaben durch die Delikte nicht geschädigt.

Als im September 2006 ein Verdächtiger in Graz festgenommen worden war, zog die Bande in die Schweiz weiter. Anschließend setzten sie ihre Straftaten fast zwei Jahre lang in Deutschland fort. Dort soll die Bande in den Jahren 2007 und 2008 rund 3,7 Mio. Euro Schaden angerichtet haben.

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