Rücktritt von Michael Spindelegger ist für Huber keine Überraschung

Michael Spindelegger ist von allen Ämtern zurückgetreten.
Michael Spindelegger ist von allen Ämtern zurückgetreten. ©AP
Für Politik-Experte und VN-Kommentator Mag. Johannes Huber kommt der Rücktritt von Michael Spindelegger nicht überraschend.

johannes
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“Spindelegger wurde seit einem Jahr immer wieder von den Ländervertretern – darunter auch LH Markus Wallner – stark kritisiert”, sagt Politik-Experte Johannes Huber in seiner ersten Reaktion zum
Rücktritt von Michael Spindelegger
. “Aus diesem Grund ist der Rückritt für mich keine Überraschung.”

Keine Perspektive

Die Kritik an Spindelegger habe bereits 2011 – gleich nach seinem Antritt – begonnen. “Spindelegger hat keine Begeisterung verkörpert und auch kein Ziel vorgegeben: Für Spindelegger kämpfen wir und haben die Perspektive Nummer 1 zu werden – das hat es in der ÖVP nicht gegeben.”

Kein Konzept und Ziel

Schon Anfang des Jahres gab es laut Huber eine Krisensitzung in der ÖVP in der Spindelegger mit Rücktritt droht. Weiter zugespitzt hat es sich im letzten Monat, als die Rufe nach einer Steuerentlastung und Umverteilung immer lauter wurden. “Spindelegger hatte allerdings kein Konzept und Ziel. Zudem hat seine Salami-Taktik in der Hypo Alpe-Adria-Affäre in der Bevölkerung größte Wut geschürt, weil er die Karten nicht auf den Tisch gelegt hat”, hält Huber fest.

Positiv für die Landes-ÖVP

Der Spindelegger-Rücktritt könnte für die Vorarlberger Volkspartei laut Huber einen positiven Effekt haben. “Für LH Wallner war Spindelegger ein Problem-Faktor. Aus diesem Grund ist die Vorarlberger ÖVP immer als Vorarlberger Volkspartei aufgetreten und hat im bisherigen Wahlkampf immer Markus Wallner als Person in den Vordergrund gerückt. Die Marke ÖVP war bereits nach der EU-Wahl kaputt – damit konnte man nur verlieren.”

“Kurz ist zu jung”

Die Nachfolge von Michael Spindelegger als Parteiobmann könnte Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter antreten, der von Günter Platter ins Spiel gebracht wurde. “Er polarisiert sehr, wäre aber ein Kaliber, das neuen Schwung verkörpern könnte.” An Sebastian Kurz – der beste Umfragewerte hat – glaubt Huber nicht. “Er ist noch zu jung und die Partei mitten in der Legislaturperiode zu übernehmen wäre für ihn gefährlich. Kurz wird man für die nächste NR-Wahl aufbauen. Dafür muss er frisch und unverbraucht sein.”

Pröll könnte für Ordnung sorgen

Wie Huber weiter ausführt müsse die ÖVP sich überlegen, wie sie das alte Problem “Bund – Länder – Bünde” löst. “Erwin Pröll wäre hier eine originelle Lösung, weil er ein mächtiger ÖVP-Politiker ist und das Zeug und Gewicht hat in der Partei für Ordnung zu sorgen.” Der Nachfolger von Spindelegger müsse jedenfalls Neues verkörpern und für Schwung sorgen. “Der muss allerdings nicht viel tun, damit es besser wird”, sagt Johannes Huber abschließend. (VOL.AT) (MSP)

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