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Rom: Wende in Alitalia-Krise

Regierung und Gewerkschaften einigten sich am Donnerstag in Rom um einen Plan, der den Einstieg von Privaten in die konkursbedrohte Fluglinie ermöglichen soll.

Vorgesehen ist eine Kapitalaufstockung, dank der auch Privatunternehmen der noch staatlichen Fluggesellschaft beitreten sollen.

Die Regierung verpflichtete sich außerdem zur Verabschiedung des lang erwogenen Maßnahmenpakets zur Unterstützung des italienischen Flugverkehrs, von dem auch Alitalia indirekt profitieren soll. Hinzu wurde ein Wechsel der Alitalia-Spitze beschlossen.

Zum neuen Geschäftsführer und Präsident der Alitalia wurde der bisherige Chef der italienischen Staatsbahnen, Giancarlo Cimoli, ernannt. Der 65-jährige Cimoli übernimmt den Posten des bisherigen Alitalia-Präsidenten Giuseppe Bonomi und des Generaldirektors Marco Zanichelli, der vor einem Monat auch die Kompetenzen des Geschäftsführers übernommen hatte. Cimoli, der in den vergangenen Jahren auf entscheidende Weise zur Sanierung der schwer verschuldeten Staatsbahnen beigetragen hatte, gilt als erfahrener Manager in staatlichen Unternehmen. Der Wechsel an der Spitze der Alitalia ist laut Regierung als unentbehrliche Bedingung für den Neubeginn der Fluggesellschaft, die um ihre Zukunft kämpft.

Die Gewerkschaften begrüßten den Plan der Regierung und verpflichteten sich, jegliche Protestaktion im Flugverkehr zu suspendieren. Widerrufen wurde auch der am 17. Mai geplante Streik im italienischen Flugbereich. Die Arbeitnehmerorganisationen drängten das neue Alitalia-Management auf, so rasch wie möglich einen glaubwürdigen Rettungsplan für die Gesellschaft auszuarbeiten. „Viel zu viel Zeit ist bereits verloren worden“, so ein Gewerkschaftssprecher.

Der Vizepremier Gianfranco Fini, der die Verhandlungen in Rom koordinierte, begrüßte das Abkommen mit den Gewerkschaften. „Die Arbeitnehmerorganisationen haben Verantwortungsbewusstsein bewiesen.“ Er beteuerte, dass die Regierung das Maßnahmenpaket zur Unterstützung des Flugverkehr verabschieden werde. Das Dekret, das voraussichtlich bei einer am (morgigen) Freitag geplanten Ministerratssitzung verabschiedet werden soll, werde allein allerdings nicht zur Rettung der Alitalia genügen, meinte Fini.

Wirtschaftsminister Giulio Tremonti unterstrich, dass Alitalia trotz der gravierendsten Krise in ihrer 50-jährigen Geschichte noch eine Zukunft habe. „Wir sind überzeugt, dass die Gesellschaft wachsen kann. Die Alitalia-Krise ist absolut kritisch, doch wir haben niemals die Möglichkeit einer Insolvenzerklärung in Betracht genommen“, versicherte der Minister. Tremonti rief das neue Alitalia-Management auf, einen Plan zu verfassen, der das Vertrauen der Investoren gewinnen könne. „Es wird nicht einfach sein, doch die Rettung ist möglich. Allerdings ohne Staatshilfen, die nicht erlaubt sind“, erklärte Tremonti.

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