Rittersaal mit Musik erfüllt

Arpeggione-Konzert mit Christoph und Veronika Eberle im Rittersaal.
Arpeggione-Konzert mit Christoph und Veronika Eberle im Rittersaal. ©arpeggione

Christoph und Veronika Eberle präsentierten Werke von Mahler bis Mozart.

Hohenems. Im 6. Arpeggione-Konzert im Rittersaal des Palastes stand der prominente Vorarlberger Dirigent Christoph Eberle als Gast erneut am Pult des Hohenemser Kammerorchesters Arpeggione. Eine nicht verwandte Namenskollegin, die 1988 in Donauwörth geborene Geigerin Veronika Eberle, war die Solistin in Mozarts Violinkonzert in G-Dur, KV 216. Den Konzertrahmen für sie bildeten zu Beginn das berühmte Adagietto (4. Satz in F-Dur der 5. Symphonie in cis-Moll) von Gustav Mahler und nach der Pause die Kammersinfonie Nr. 8, c-Moll, op. 110 a, von Dmitri Schostakowitsch (1906-1975), bearbeitet von Rudolf Barschai (1924-2010).

Das Adagietto von Mahler erlangte vor allem durch Viscontis filmischen Meisterwerk “Tod in Venedig” (1971) nach Thomas Mann mit Dirk Bogarde als unglücklich in den schönen Jüngling Tadzio verliebten Künstler Aschenbach weltweite Popularität. In der Tat, Meisterregisseur Visconti gelang in seinem Film mit der Verwendung dieser von schwülstiger Emotion erfüllten Musik der geniale Klangteppich für das triste, aber farbig-opulente Todesdämmern in Venedig. Und hörte man diese Musik, so hatte das Publikum auch in Hohenems zweifellos Erinnerungen an den Film. Christoph Eberle ließ die exquisiten Streicher in breiten Strömen mit Harfenklang aufblühen oder stufte sie dynamisch dezent ab. Das Motto des Konzerts lautete “Liebe und Tod”.

Mozart als Kontrast
Nun, Mahler und Tod waren verklungen. Da betrat die zarte, in sanftes Rot gehüllte, hochbegabte und schon international bekannte Geigerin Veronika Eberle das Podium und spielte das wunderbare Mozart-Violinkonzert KV 216 mit den vitalen Ecksätzen und dem verträumten zweiten Satz mit noblem, klangschönem Ton und ungemein musikantisch. Christoph Eberle, der Mozart gern entschlackte, führte Arpeggione und Veronika nach der Mahler-Schwüle zu lichten Mozart-Höhen (Liebe?). Ein markanter Kontrast! Die Kammersinfonie Nr. 8, c-Moll, op. 110a, von Schostakowitsch kommt einem Requiem gleich.

Sie basiert auf seinem 8. Streichquartett, op. 110 in c-Moll, das 1960 entstand und die Widmung “Dem Gedächtnis der Opfer von Faschismus und Krieg” trägt. Er verarbeitete nach eigener Aussage darin auch viele leidvolle persönliche Erfahrungen im Stalin-Regime. Rudolf Barschai wandelte das Streichquartett in die Kammersinfonie für Streicher um. Musikalisch herrscht eine sehr ernste, teils rebellische Klangrede mit einigen ostinaten Phrasen; unerwartet klingt aber ein freundlicher Walzer mit Zitat aus dem 1. Cellokonzert auf. Pianissimo verklingt das einsätzige Werk, das Christoph Eberle und Arpeggione nuancenreich interpretierten.

Text: Edgar Schmidt

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