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Riesige Nachfrage nach Energieberatungen zu Gas-Ausstieg in Vorarlberg

Land sieht Gründe in Ukraine-Krise und Fördersituation.
Land sieht Gründe in Ukraine-Krise und Fördersituation. ©VLK/Rührnschopf
Die Nachfrage nach den für Private kostenlosen "Raus aus Öl und Gas"-Beratungen des Vorarlberger Energieinstituts ist im ersten Quartal 2022 sehr stark gestiegen.

2021 wurde mit 700 solchen Beratungen ein Rekordwert erreicht, in den ersten drei Monaten 2022 wurde dieser mit rund 900 Beratungen aber bereits übertroffen. Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) führte das im Pressefoyer nach der Regierungssitzung auf den Ukraine-Krieg, aber auch attraktive Förderungen zurück.

Bis zu 300.000 Euro extra nötig

Über die Hälfte der Wohnhäuser in Vorarlberg wird mit Öl oder Gas geheizt. Durch den Krieg in der Ukraine sei vielen Vorarlbergern die dadurch entstehende Abhängigkeit bewusst geworden, so Wallner und der grüne Landesrat Daniel Zadra. Der Wunsch nach einem Umstieg habe entsprechend zugenommen - und damit auch die Anfragen beim Vorarlberger Energieinstitut nach Umstiegsberatungen. Derzeit betrage die Wartezeit rund acht Wochen. Habe es früher sieben oder acht telefonische Anfragen an einem Vormittag gegeben, seien es jetzt hundert bis 120 am Tag, veranschaulichte Energieinstitut-Geschäftsführer Josef Burtscher. Die Zahl der Berater sei bereits auf 30 verdoppelt worden. Das Jahresbudget sei aufgebraucht, bis zu 300.000 Euro extra seien nötig. "Es ist klar, dass wir das Energieinstitut hier nicht im Stich lassen", sagte Wallner. Die Zunahme bei den Beratungen, auch von Seiten von Unternehmen, sei sehr wünschenswert.

Günstige Förderbedingungen

Neben der Ukraine-Krise sahen Wallner und Zadra auch die günstigen Förderbedingungen als Grund für das große Interesse an Heizungsumstiegen. Das Ersetzen von Öl- oder Gasheizungen wird je nach Art der neuen Heizung mit bis zu 11.500 bzw. bis zu 13.500 Euro bei Nahwärme-Anschluss gefördert, außerdem können Gebäudesanierungen ab heuer steuerlich geltend gemacht werden. Immerhin sei der Verbrauch als Faktor nicht zu vernachlässigen, erinnerte Burtscher. Manche Gemeinden bieten zusätzliche Förderungen an. Bei einkommensschwachen Haushalten übernehmen Bund und Land bis zu 100 Prozent der Austauschkosten - allerdings mit einer österreichweiten Kostenobergrenze, die in Vorarlberg meist überschritten wird.

Mehr Infos: Energieberatungen des Energieinstituts Vorarlberg(

(APA)

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