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Revolution auf dem Wasser – die Bregenzer Seebühne

Bregenz – Ein überdimensionaler Torso ragt aus dem Bodensee - das Bühnenbild für die Aufführung der italienischen Oper "André Chénier". Alle zwei Jahre fordert der Bau der Bregenzer Seebühne Architekten, Bühnenbauer und Techniker gleichermaßen heraus.
Die Bregenzer Seebühne: ‚Aus dem Leben – die Reportage’
Die Bregenzer Seebühne: Aus dem Leben – die Reportage

Das bleiche Gesicht einer Leiche gleitet lautlos über den eiskalten Bodensees und verschwindet wieder im Januarnebel. Nur für einen Augenblick lässt sich die Kontur erahnen, gerade lange genug um eine Idee für die imposante Größe zu bekommen. Der 16 Meter breite Kopf ist das erste Bauteil für die neue Inszenierung auf der Bregenzer Seebühne.

Begeisterung und Empörung

Die spektakulären Bühnenbilder der Bregenzer Seebühne sorgen alle zwei Jahre für Bewunderung und zugleich Empörung. 2009 waren die Diskussionen groß, als das Stück „Aida“ mit Hilfe von Baukränen inszeniert wurde. In diesem Jahr birgt die Bühne nicht weniger Zündstoff für die internationale Kulturlandschaft – die geplante Kulisse wirkt fast ein wenig verstörend. Der blasse Oberkörper einer gigantischen Leiche ragt 24 Meter aus dem Bodensee, lange Stacheln schießen aus dem Rumpf, der Kopf klappt auf, 40 Darsteller schweben auf einem Brief über die Wasseroberfläche, die Hauptfiguren spiegeln sich in einem Vorhang aus fließendem Wasser. Die Bühne ist Schauplatz für das italienische Operndrama „André Chénier“ aus der Zeit der französischen Revolution und ein technisches Meisterwerk. „Der Bau der Bühne ist immer eine neue Herausforderung, aber diese hier ist was ganz Besonderes. Es macht einen stolz zu sehen, wie aus einem Entwurf nach langer Zeit so etwas Großes entsteht“. Frank Schulze kennt fast jedes Detail vor und hinter der Bühne, denn als Kascheur ist er für die gesamte Optik verantwortlich.

Schon vor zwei Jahren startete Simon Wimmer mit den Arbeiten für das 3D-Modell der Bühne. Für den jungen Studenten war das eine knifflige Aufgabe. „Das ist ein großer Auftrag für mich. Fast täglich kamen neue Ideen und Dinge dazu, die Arbeit war ein sich ständig wandelnder Prozess.“ Vorlage für das Bühenbild war das Revolutionsgemälde „Der Tod des Marat“ des französischen Historienmalers Jacques-Louis David. Das klassizistische Werk entstand im 18. Jahrhundert und hängt heute im königlichen Museum in Brüssel. Für die Verwandlung von einem zweidimensionalen Gemälde in die dreidimensionales Bühnebild musste Wimmer nicht nur die Statik und das Material in seinen Entwurf einbeziehen, sondern auch die zahlreichen technischen Raffinessen. Denn die machen die Aufführung erst zu dem Erlebnis, wofür die Bregenzer Seebühne so bekannt ist.

Ein halbes Jahr vor der Premiere wurde bereits der überdimensionale Kopf an seinen Bestimmungsort geschifft. Mit dem 3D-Modell als Vorlage machten sich dann Bühnenbauer, Techniker und Architekten gemeinsam an die Arbeit aus der virtuellen Idee eine Bühne zu erschaffen. Gerade bei der Bregenzer Seebühne stellen sich dabei außergewöhnliche Hürden in den Weg. „Wir sind natürlich vom Wetter abhängig. Wenn es regnet oder der Wind zu sehr bläst, haben wir am Riesenspiegel echt Probleme mit dem Wasservorhang“, erklärt Bühnentechniker Stefan Jansenberger. Die Bühne muss so gebaut sein, dass Szenenwechsel schnell möglich sind, denn es gibt keinen Vorhang. 24 Monate lang muss das Material Gewittern, Schnee und Frost trotzen und immer noch auf der Wasseroberfläche schwimmen können. Alleine der Kopf wiegt 60 Tonnen.

Zehn Monate Arbeit

Doch nach zehn Monaten Kräfte zehrender Arbeit ist es tatsächlich geschafft: der Entwurf wurde Wirklichkeit, der letzte Pinselstrich ist gemacht, die Bauarbeiten beendet. Nun beginnt der letzte Akt der Vorbereitung: die Proben der Darsteller. Hinter den Kulissen werden die Kostüme angepasst, die technischen Abläufe optimiert und die Rollen eingeübt. Bis zum Abend des 20. Juli muss alles perfekt, denn dann sollen zum ersten Mal die Besucher Zeugen der dramatischen Inszenierung des Dramas um den Dichter André Chénier werden.

Die Reportage „Revolution auf dem Wasser“ begleitet die Menschen beim aufwändigen Bau der Bregenzer Seebühne, zeigt Erfolgsmomente und Niederlagen in ihrer Erstehung und dokumentiert die monatelangen Arbeiten hinter den Kulissen des einzigartigen Kunstbauwerkes auf dem Bodensee.

“Aus dem Leben – die Reportage”

“Revolution auf dem Wasser – die Bregenzer Seebühne”

Donnerstag, 21. Juli von 19:45 – 20.15 Uhr bei ServusTV

Die Bregenzer Seebühne: ‚Aus dem Leben – die Reportage’

VOL.at / ServusTV

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