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Rettungshelis am Boden: Jetzt ist Auftrieb in Sicht

Schwarzach -  Seit 1. Jänner halten österreichweit neue Richtlinien verschiedene Rettungshelis am Boden. Betroffen ist neben Heli Austria auch Schenk Air. Robin 1, eine Agusta A 109, erfüllt die Zulassungskriterien nicht mehr.

(Die NEUE berichtete). „Die Versorgung ist aber trotzdem gesichert, auch wenn Robin 1 nicht mehr alarmiert werden darf“, bestätigt Siegfried Marxgut von der Rettungsleitstelle in Feldkirch. Mit rund 50 Einsätzen ist der Helikopter von Schenk Air allerdings wesentlich weniger im Einsatz als der ÖAMTC-Hubschrauber Christophorus 8, der im vergangenen Jahr über 700-mal ausrückte. Anders sieht die Situation offenbar in Tirol aus.

„Ein schwer verletztes russisches Mädchen musste in Sölden 45 Minuten auf den Hubschrauber warten. Unser Heli stand drei Flugminuten entfernt“, sagt Luggi Greussing. Der Harder arbeitet für Heli Austria von Roy Knaus, bei der nun 71 Mitarbeiter vor der Kündigung stehen. Kein Verständnis für Roy Knaus hat Reinhard Kraxner, Geschäftsführer der Christophorus Flugrettung: Schließlich hätten sich sechs von sieben Betreibern auf die neuen Richtlinien eingestellt. „Ich kann nicht das letzte Datum auf mich zukommen lassen und dann laut schreien. Wir haben in Österreich Berge, die über 3000 Meter hoch sind. Da brauche ich Hubschrauber mit den höchsten Leistungsreserven“, meint Kraxner. Seiner Meinung nach hat Knaus „die Braut möglichst schön geschmückt“ und versucht nur einen Teil der Vorschriften zu erfüllen.

Piloten umgeschult

Mehr Sympathien bringt Kraxner der Schenk Air entgegen. Für den Standort in Tirol hat der Montafoner einen Heli aus der Flotte der Christophorus Flugrettung angemietet, der in Ischgl stationiert ist. Seine Piloten hat der Montafoner bereits umschulen lassen. Robin 1 dürfte aufgerüstet werden. Das haben die Verantwortlichen bei Heli Austria nicht vor. Schließlich habe man schon mehrere Millionen investiert, um den Standards der European Aviation Safety Agency (EASA) zu entsprechen.

Kündigungen wirksam

„Sollten wir bis Mitte Jänner nicht wieder in der Luft sein, werden die Kündigungen wirksam. Unser Problem ist, dass es in Österreich keine Stelle gibt, die die vorgelegten Unterlagen, Stellungnahme der EASA und Gutachten objektiv und unabhängig neutral prüft. Antworten von Behörden erfolgen erst immer nach Rückfragen beim ÖAMTC und der Austro Control. Es ist schwierig den Mitbewerb objektiv zu beurteilen, wenn man sich die Spielregeln selber machen kann. Selbst die Wirtschaftskammer ist keine Hilfe, obwohl es um die Existenz von Unternehmen und die Sicherung von Arbeitsplätzen geht“, äußert sich Greussing.

Seit Donnerstag gibt es allerdings wieder etwas Hoffnung für die gegroundeten Rettungshelis. „In einem Schreiben der EASA, das am 15. Dezember an die Österreichische Wirtschaftskammer ging und bis gestern liegengeblieben war, steht ganz klar drinnen, dass auch bei der AS 355 und der Agusta A 109 die Anforderungen erfüllt werden“, sagt Greussing.

Klare Regeln

Nachdem Reinhard Kraxner im aktuellen Christophorus-Magazin erst die EASA-Richtlinien als klare und richtige Regeln ausgewiesen habe, stehe wohl außer Frage, dass die Helis von Roy Knaus (AS 355) und die von Schenk Air wieder Rettungseinsätze fliegen dürften.

Seff Dünser

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