AA

"Rennfahrer" zum Idiotentest

Schwarzach - Nüziders und Bregenz: Zivilstreifen filmen zwei illegale Rennen in einer Nacht: Im Kreisverkehr provoziert der 25-jährige Fordfahrer aus dem Oberland zum ersten Mal den Tuning-Audi vor ihm. Ermittlun­gen | Raser  | Umfrage: 

Extrem knapp fährt er auf, dann jagen sich die beiden Autos auf gemessene 96 km/h – im 40 er-Bereich mitten im Ortsgebiet von Nüziders! Die Autos kommen sich bei der nächtlichen Jagd gefährlich nahe: Bei 80 Sachen nur zwei Meter Abstand, wird die Polizei später aus dem Video der Zivilstreife errechnen – nur 12 hundertstel Sekunden trennen die Stoßstangen.

Aggressiver Drängler

Die Beamten der Verkehrspolizei werden an diesem Samstagabend im Oktober zu Augenzeugen: „Wir sind den Rasern in Richtung Ludesch gefolgt“, sagen die Polizisten den „VN“. Wenige Momente später sahen die beiden jungen Raser die Leuchtschrift „Halt – Polizei“ und Blaulicht im Rückspiegel. Ein Alkoholtest beim 25-jährigen Fordfahrer verläuft positiv: ein Promille. Den Führerschein muss der Mann, der im Bezirk Bludenz wohnt, an Ort und Stelle abgeben. „Auf den prasselt nun eine ganze Litanei an Anzeigen ein“, sagen die Polizisten. Auch der 23-jährige Audifahrer, der auf die Provokationen einstieg, wird wegen der massiven Geschwindigkeitsübertretungen bestraft. „Es war eine zufällige Begegnung auf der Straße, die beiden Lenker kannten sich nicht“, schildert Peter Rüscher, Vize-Chef der Verkehrspolizei.

Polizei: „Höllisch“ Nur wenige Stunden später – mittlerweile ist es bereits 4.20 Uhr am frühen Sonntagmorgen – fallen den Polizisten der Zivilstreife zwei verdächtige Autos in Bregenz auf. Auf der Rheinstraße überholen der VW Golf und der Mercedes laufend Autos rechts auf der Busspur. Trotz Gegenverkehr beschleunigen die Lenker auf bis zu 130 km/h, wo nur 60 erlaubt sind. Die Beamten sprechen von „höllischer Geschwindigkeit“. Beide Autos sind voll besetzt. „Die Lenker wollten wohl den Insassen imponieren“, sagt Oberstleutnant Rüscher. Einer der Lenker ist Probeführerscheinbesitzer, hat den Schein erst vor drei Monaten bekommen. Nun laufen die Führerscheinentzugsverfahren über die Behörden. Sowohl der 20-Jährige als auch der Mercedes-Fahrer (22) müssen zur verkehrspsychologischen Untersuchung – dem „Idiotentest“.

„Erfolgreiches Jahr“

Obwohl laut Ermittlungsgruppe „Road Runner“ die Problematik der illegalen Straßenrennen eingedämmt werden konnte, erwischten die Beamten zuletzt mehrere Fahrzeuglenker, die massiv zu schnell unterwegs waren. „Es ist unsere gesetzliche Aufgabe, solche unverantwortlichen Verkehrsteilnehmer zu stoppen. Diese Aufgabe nehmen wir so lang wahr, bis das Risiko einer Nachfahrt zu hoch wird“, erklärt Rüscher. „Aus unserer Sicht war es bisher ein äußerst erfolgreiches Jahr“, so der Oberstleutnant.


Video-Raser: Ermittlungen dauern noch

Bregenz – Die Ermittlungen im Fall des Motorrad-Rasers aus dem Bregenzerwald laufen noch. Wie exklusiv berichtet, hatte sich ein Unbekannter bei 300 km/h selbst gefilmt und das Video auf die Internetplattform YouTube gestellt. Die Polizeiarbeit werde noch wenige Wochen in Anspruch nehmen, schätzen hochrangige Beamte. Ziel bleibe, einem möglichen Lenker „die Angelegenheit klipp und klar beweisen zu können“.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Vorarlberg
  • "Rennfahrer" zum Idiotentest
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen