Reisende aus Zug geworfen: So reagiert die ÖBB

Wer keine Reservierung hat, kann bei Überfüllung des Zuges verwiesen werden.
Wer keine Reservierung hat, kann bei Überfüllung des Zuges verwiesen werden. ©APA (Archivbild)
Muss ein Zug wegen Überfüllung geräumt werden, ziehen die Fahrgäste ohne Sitzplatzreservierung den Kürzeren. Ein Sprecher der ÖBB erklärt die Hintergründe.

Wer an starken Reisetagen wie Weihnachten, Ostern, Pfingsten oder auch an ganz normalen Wochenenden von Wien aus Richtung Bundesländer oder retour fährt, hat die Situation womöglich schon erlebt: Immer wieder beschweren sich Fahrgäste, dass sie trotz gültigem Ticket zum Verlassen des Zuges aufgefordert wurden. Derartige Berichte nehmen zu, seitdem es das Klimaticket gibt.

Gewerkschaft verteidigt Zugpersonal

Willkürlich würde eine Räumung nie durchgeführt, weist Günter Blumthaler, Vorsitzender des Fachbereichs Eisenbahn in der Gewerkschaft vida, aufkommende Vorwürfe strikt zurück. Wenn ein Zug wegen Überfüllung geräumt werde, stehe fest, dass die Mitarbeiter streng anhand der vorgegebenen Sicherheitsrichtlinien arbeiten. Zudem seien die Eisenbahnunternehmen gefordert, Maßnahmen zu setzen, um einer Überfüllung von Zügen vorzubeugen. Schließlich sei das Problem ja schon vor den Pandemiejahren hinlänglich bekannt gewesen. "Dass es sich dabei um bestimmte Züge auf bestimmten Strecken vor allem zu den Stoßzeiten handelt, ist kein Geheimnis", sagt der vida-Gewerkschafter.

ÖBB-Sprecher: "Ausreichend Kapazitäten"

Auch ÖBB-Sprecher Bernhard Rieder nahm im "Ö1-Morgenjournal" Stellung. In den letzten Wochen seien spürbar mehr Fahrgäste unterwegs, so Rieder. Man habe ausreichend Kapazitäten über den Tag verteilt, zu Stoßzeiten könne es aber zu Überfüllungen kommen.

An starken Reisetagen sorge man für mehr Platz, so wurden etwa an Ostern 12.000 zusätzliche Sitzplätze bereitgestellt. Das habe aber knapp nicht ausgereicht, in 0,3 Prozent der Fahrten mussten Personen ohne Reservierung die Züge verlassen.

Räumung aus Sicherheitsgründen

Zwar könne man notfalls auch im Zug stehen, so Rieder - es müsse aber sichergestellt sein, dass das Zugpersonal jederzeit Zugang zu allen relevanten Bereichen des Zugs wie etwa Feuerlöscher oder Notsprechstellen haben. Sei dies nicht gewährleistet, müssen aus Sicherheitsgründen Passagiere, die keine Sitzplatzreservierung haben, aussteigen. Die Fahrgäste können anschließend mit dem nachfolgenden Zug die Reise weiterführen. Rieder betont, dass gerade auf der stark ausgelasteten Weststrecke drei Züge pro Stunde zwischen Wien und Linz verkehren.

Keine Garantie ohne Reservierung

Wer sich also keine Reservierung um 3 Euro pro Fahrt gönnt, läuft Gefahr, bei Überfüllung den Zug verlassen zu müssen. Schon jetzt weise man in der ÖBB-App bei Buchungen auf starke Reisetage hin und empfehle eine Sitzplatzreservierung - man werde diese Kommunikation noch weiter verstärken, so der ÖBB-Sprecher abschließend.

Haben auch Sie schon schlechte Erfahrungen mit überfüllten Zügen gemacht? Schreiben Sie uns unter redaktion@vol.at.

(VOL.AT)

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