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Reinhold Messner hat noch viel vor

Extrembergsteiger Reinhold Messner (57) will in den nächsten zehn Jahren mehrere Museen gründen und im Alter „mit den Nomaden durch die Wüste ziehen“.

„In meiner nächsten Lebensphase möchte ich erst einmal das bergsteigerische Erbe einbringen. Das werde ich vor allem über einen künstlerischen Zugang versuchen:“ Der Abenteurer hatte Donnerstagabend die Ausstellung „Expedition Kunst. Die Entdeckung der Natur von C.D. Friedrich bis Humboldt“ in der Hamburger Kunsthalle besucht und einen Vortrag gehalten.

Der Südtiroler, der alle Achttausender der Erde bestiegen, Wüsten durchquert und die Pole erwandert hat, will in seinen Museen „alles zeigen, was Bergsteiger zusammengetragen haben an Wissen, Erfahrungen und Emotionen“. Das Zentrum des Museumskonstrukts soll im Areal Sigmundskron-Kaiserberg in Bozen in einer Burgruine entstehen.

„So wie ich mich kenne, werde ich die europaweite Ausschreibung, die es dafür gibt, gewinnen. Ich hoffe, nach vielen Auseinandersetzungen Ende Jänner den Zuschlag zu bekommen“, sagte Messner.

Ein „Messner Mountain Museum“ ist bereits in den Dolomiten eröffnet worden. „Dort steht die Auseinandersetzung mit der Senkrechten, mit dem Fels im Zentrum.“ An seinem Wohnsitz, dem Schloss Juval im Vinschgau, werde der religiöse Zugang des Menschen zu den Bergen verdeutlicht. „Ein weiteres Museum wird Eis- und Kristallwelten demonstrieren. Es ist unterirdisch angelegt und wird unter dem höchsten Berg in Südtirol entstehen“, sagte Messner. „Die Besucher werden dort das Eis durch Felsfenster unterirdisch sehen und hören.“ Ein weiteres Museum soll sich dem Schwerpunkt Bergvölker widmen.

Seine Abgeordnetentätigkeit im Europäischen Parlament, die 2004 zu Ende geht, werde er nicht erneut wahrnehmen. „Ich habe dann mit den Museen genug zu tun und will auch noch einmal im Jahr eine Expedition machen. Darüber hinaus arbeite ich an einem Projekt über die heiligen Berge“, sagte der Abenteurer. „Mit 65 möchte ich gerne nochmal was Neues anfangen und mit den Nomaden leben. Wenn ich das dann nicht mehr schaffe, ziehe ich mich in eine Höhle zurück und warte auf das Ende“, sagte Messner.

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