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Rein: "Harmonisierung mit Verstand"

Bregenz - In der Diskussion um die Angleichung der technischen Bauvorschriften der Länder zeigt Wirtschaftslandesrat Manfred Rein Verständnis für die Bedürfnisse der Bauwirtschaft.

Er hat aber Bedenken gegen eine völlige Harmonisierung. “Gerade dort, wo in Vorarlberg traditionell unterschiedliche – nämlich ehrgeizigere – Standards bestehen, muss der Regelungsspielraum unbedingt genutzt werden”, betont Rein.

Das Interesse der Bauwirtschaft an einer Harmonisierung ist für den Wirtschaftslandesrat sehr gut nachvollziehbar. Die zum Teil erheblichen Unterschiede in den technischen Anforderungen können insbesondere für Bauunternehmen, die über die Ländergrenzen hinweg planen und produzieren, ein Hemmnis darstellen und Mehrkosten verursachen.

In Vorarlberg befinden sich derzeit eine Novelle zum Baugesetz und der Entwurf einer neuen Bautechnikverordnung samt den OIB-Richtlinien (OIB = Österreichisches Institut für Bautechnik) in Ausarbeitung. Rein: “Unser Ziel ist es, nur soviel wie unbedingt notwendig gesetzlich zu regeln. Ich bin aber überzeugt, dass es nicht klug wäre, auf einen hundertprozentigen Harmonisierungsgrad hinzuwirken. Denn dadurch würde es sehr schwer werden, etwa unser Bekenntnis zum ökologischen Wohnbau einzuhalten.”

Rein veranschaulicht dies am Beispiel des Heizwärmebedarfes: “Der Grenzwert muss ambitioniert sein, wenn wir die Klimadiskussion ernst nehmen wollen. Um eine Wohnbauförderung zu erhalten, müssen bei Eigenheimen derzeit 55 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr eingehalten werden, bei mehrgeschossigen Wohngebäuden rund 45 Kilowattstunden. Für die baugesetzliche Genehmigung genügt nach den derzeit geltenden Bestimmungen ein Heizwärmebedarf von rund 83 Kilowattstunden. Unser Ziel ist es, diesen Wert im Zuge der Novellierung des Baugesetzes auf 55 Kilowattstunden zu senken. Nur durch diese Maßnahme können wir den im österreichweiten Vergleich sehr ehrgeizigen Weg des ökologischen Wohnbaus in Vorarlberg fortsetzen.”

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