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Regnerische Aussichten im Ländle

(VN) Schwarzach - Das unbeständige August-Wetter bleibt Vorarlberg treu. Pünktlich zum Wochenende kehrt der Regen zurück: „Am Freitag in der Früh beginnt es zu regnen, erst am Sonntag ist wieder mit einer kurzfristigen Wetterbesserung zu rechnen“, prognostiziert Karl Gabl vom Zentralamt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Innsbruck.

Die Temperaturen sinken bis auf neun Grad in den Tallagen und auf ein Grad im Gebirge, die Schneefallgrenze auf bis zu 1900 Meter Seehöhe. „Am Montag ist nochmals mit kaltem und regnerischem Wetter zu rechnen. Am Dienstag klingen die Schauer dann ab und die Temperaturen beginnen langsam zu steigen“, sagt Gabl.

Obstbauern optimistisch

Nicht ganz so schlimm wie befürchtet hat sich das regnerische Wetter auf den Vorarlberger Obstbau ausgewirkt: „Durch den Regen nach der Blüte im Mai und Juni haben die Bäume zwar sehr viele Früchte fallen gelassen, bislang wurden wir jedoch von Feuerbrand und Hagel kaum getroffen. Dadurch hat sich der Ausfall in Grenzen gehalten“, erläutert Jens Blum vom Wiesenhof in Höchst und Obmann der Vorarlberger Obstbauern.

Der Regen im Sommer sei für das Kernobst nicht ganz so dramatisch wie für das Beerenobst, wo es aufgrund von Fäulnis und Schimmel zu einem Ernteausfall von rund 20 Prozent im Vergleich zu einer Durchschnittsernte gekommen sei. Zudem seien die großen Obstanbauflächen von den extremen Regenfällen nicht so massiv getroffen worden. „Auf meiner Wetterstation in Höchst habe ich die Hälfte der Niederschlagsmenge registriert“, sagt Blum. Dem kühlen Sommer kann der Obstbauern-Obmann sogar Positives abgewinnen: „Die Äpfel hatten weniger Wurmbefall, wir mussten daher weniger spritzen.“ Vermehrt zu kämpfen hatten die Obstlieferanten mit Fäulnis: „Auffallend war, dass die Vögel heuer überdurchschnittlich viele Früchte angepickt haben – dadurch beginnen sie zu faulen und stecken auch jene daneben an“, meint Blum, wobei er dieses Phänomen nicht auf Regen zurückführt.

Der Wiesenhof-Chef hofft nun auf einen schönen Herbst: „Wenn ich auswählen könnte zwischen einem schönen August und einem schönen September, würde ich mich für September entscheiden. Denn ist es zu dieser Zeit trocken und warm, dann wird das Obst gut, bekommt eine schöne Farbe und ist besser zum Einlagern.“

Da die Obstbauern europaweit mit ähnlichen Problemen wie hierzulande zu kämpfen hatten, rechnet Blum, einen besseren Preis für die Ernte zu erzielen. Der Konsument müsse jedoch keine Angst vor enormen Preissteigerungen haben, da der Großmarktpreis nicht direkt weiter gegeben wird.

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