Region stöhnt über Verkehrsbelastung

Die Bürger im Großraum Bregenz/Lindau am östlichen Ende des Bodensees stöhnen über die hohe Verkehrsbelastung. Allerdings ist derzeit keine schnelle Lösung des Problems in Sicht.

Um sich das Geld für eine Vignette zu sparen, fahren viele Autolenker die wenigen Kilometer von der deutsch-österreichischen zur österreichisch-schweizerischen Grenze „durch die Dörfer“, wie es in Vorarlberg heißt. Eine einfache Lösung für das Problem zeichnet sich nicht ab.

Derzeit gilt eine Politik der kleinen Schritte. So weist eine „dynamische Verkehrsinformationstafel“ den Lenkern an der Autobahn 96 bei Lindau seit November den rechten Weg: Derjenige, der den 6,7 Kilometer langen Pfändertunnel benutzt, braucht zehn Minuten; wer hier von der Autobahn abfährt und sich am Bodensee entlang durch Lindau und Bregenz schlängelt, muss mit deutlich längeren Fahrzeiten rechnen. Am Wochenende oder in der Ferienzeit stauen sich die Autos, die auf den Weg in die Schweiz oder Italien sind, manchmal bereits auf der Ausfahrt Lindau.

Viele Urlauber nehmen lieber Umwege und Stau in Kauf, als eine Zehn-Tages-Vignette für 7,60 Euro zu kaufen. „Wir haben für den Weg durch die Stadt schon einmal fast zwei Stunden gebraucht“, erinnert sich ein Tourist aus Ravensburg (Baden-Württemberg). Nervig sei das schon gewesen, aber das Geld für das kurze Stück auf der Autobahn bis zum österreichisch-schweizerischen Grenzübergang bei Höchst wolle er lieber sparen.

„Die Stimmung ist wie jedes Jahr in der Hauptreisezeit angespannt“, sagt Clemens Gässler vom Verkehrsamt der Stadt Bregenz. Im Schnitt fahren 25.000 Autos durch das Nadelöhr – etwa genauso viele wie durch den Pfändertunnel. Der Transitverkehr zwischen Deutschland sowie der Schweiz und Italien mache rund ein Drittel des Verkehrs in Bregenz aus.

Auch wenn manche Geschäftstreibende vom Durchzugsverkehr möglicherweise sogar profitieren, sind die regelmäßig verstopften Straßen vielen Bewohnern der umliegenden Gemeinden ein Dorn im Auge. Kommunal- und Landespolitiker bekennen freimütig, dass es eine einfache Lösung des Problems nicht gebe. So ist vor wenigen Tagen mit dem Aus der geplanten Bodensee-Schnellstraße (S18) nach einem Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofs für zahlreiche Straßen-Anrainer wieder ein Stück Hoffnung gestorben. Auf die umstrittene S18, die das österreichische mit dem Schweizer Autobahnnetz verbinden sollte, wurden von vielen Seiten große Hoffnungen gesetzt. Bis ein Alternativprojekt auf dem Tisch liegt, werden Jahre vergehen.

Ebenso bisher keinen Erfolg brachten die Bemühungen der Bürgermeister, für die Region eine Vignettenbefreiung zu erreichen. Verhandlungen mit Verkehrsminister Hubert Gorbach (B) blieben ohne positives Ergebnis. Im März übergaben die Gemeindeoberhäupter knapp 30.000 gesammelte Unterschriften an EU-Verkehrskommissar Jacques Barrot, um auf die Situation in ihren 21 Kommunen aufmerksam zu machen.

Möglicherweise wird die zweite Pfändertunnelröhre der Region ein wenig Entlastung bringen, aber auch das ist umstritten. Im April wurde mit dem Bau begonnen, bis zur Fertigstellung der Röhre werden noch fünf Jahre vergehen.

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