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Regierung unterstützt Coronavirus-Forschung mit 22 Millionen Euro

Mit dem Geld sollen klinische Studien und Forschungsprojekte finanziert werden.
Mit dem Geld sollen klinische Studien und Forschungsprojekte finanziert werden. ©APA/HERBERT NEUBAUER
Für die Finanzierung von klinischen Studien zur Erprobung von Medikamenten und Wirkstoffen gegen das Coronavirus sowie von diversen Forschungsprojekten nimmt die Regierung weitere 22 Millionen Euro in die Hand.
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Die Bundesregierung stellt im Kampf gegen das Coronavirus weitere 22 Millionen Euro für Forschung zur Verfügung. Das gaben Regierungsmitglieder am Samstag im Bundeskanzleramt in Wien bekannt. Finanziert werden sollen damit vor allem klinische Studien zur Erprobung von Medikamenten und Wirkstoffen gegen die Covid-19-Erkrankung und Forschungsprojekte, um Spitäler keimfrei zu halten.

Einreichung von Coronavirus-Forschungsprojekten möglich

Nach einer ersten Emergency-Ausschreibung für Forschungsprojekte am 10. März in Höhe von einer Mio. Euro kommen nun weitere 22 Mio. Euro dazu. Jeweils zehn Millionen Euro stellen das Infrastruktur- und das Wirtschaftsministerium zur Verfügung, zwei Mio. Euro das Wissenschaftsministerium. Abgewickelt wird die Ausschreibung über die Forschungsförderungsgesellschaft FFG.

Einreichungen sind ab sofort möglich, die erste Einreichungsfrist endet am 8. April, eine zweite am 11. Mai. Die Förderentscheidungen sollen dann so rasch wie möglich gefällt werden, erklärten die drei für Forschung zuständigen Minister Leonore Gewessler (Infrastruktur, Grüne), Margarete Schramböck (Wirtschaft, ÖVP) und Heinz Faßmann (Wissenschaft, ÖVP).

20 Mio. Euro stehen für Unternehmen mit Sitz in Österreich zur Verfügung, die Wirkstoffe gegen das Coronavirus oder dadurch ausgelöste Folgen wie etwa Lungenentzündungen in der Pipeline haben und eine klinische Studie (Phase I oder II) unmittelbar nach der Genehmigung starten können. Begleitend dazu erhalten die Medizinischen Universitäten vom Wissenschaftsministerium zwei Mio. Euro über die Leistungsvereinbarungen, um gemeinsam mit den Unternehmen die klinischen Studien umzusetzen.

"Reihe von Hoffnungsträgern"

"Schulschließungen und social distancing sind nur Notmaßnahmen, wir brauchen dringend Therapeutika, Diagnoseinstrumente und Impfungen zur Bekämpfung des Virus", erklärte Heinz Faßmann. Er erwarte sich klinische Studien von Medikamenten, die bereits für andere Anwendungen erprobt sind und daher die Zulassung nicht mehr so aufwendig sei - "da gibt es eine Reihe von Hoffnungsträgern".

Als Beispiele nannte der Wissenschaftsminister Medikamente gegen Malaria oder Hepatitis, die man gegen das Virus verwenden könne. Aber das müsse getestet werden. Die Wissenschaft könne in dieser Situation Hoffnung geben, "mehr noch, sie kann die reale Bedrohung abwenden".

Bei der aktuellen Ausschreibung gehe es weniger um das Entwickeln von Impfstoffen, sondern vor allem um das Testen von Medikamenten, die bereits am Markt sind und möglicherweise gegen das Coronavirus wirksam sein könnten, sagte Leonore Gewessler. Ein zweiter Teil widme sich Forschungsprojekten, die helfen sollen, wie man Spitäler keimfrei halten kann. Gefördert werden sollen laut FFG etwa auch Projekte zu Oberflächenbeschichtungen von Schutzanzügen, neuen Desinfektionsmitteln oder Algorithmen zur Pandemieeinschätzung. "Das sind Forschungsprojekte, die unmittelbar wirksam sein können und hoffentlich rasch Hilfe bringen können", so Gewessler.

Zahlreiche Unternehmen haben vielfältige Ansätze

Margarete Schramböck betonte, dass bereits bei der ersten Ausschreibung vor knapp zwei Wochen 30 Anfragen von Unternehmen eingegangen sind. Als Beispiele für Unternehmen mit vielversprechenden Ansätzen nannte die Wirtschaftsministerin die vom österreichischen Genetiker Josef Penninger mitbegründete Wiener Biotechnologiefirma Apeiron, das österreichische Biotechnologie-Unternehmen Apeptico, der Wiener Impfstoffentwickler Themis Bioscience oder Boehringer Ingelheim.

Notwendige Prozesse bis zur Zulassung sollen laut Schramböck möglichst beschleunigt werden, "alle werden so schnell wie möglich arbeiten, um die Medikamenten so schnell wie möglich zur Verfügung zu stellen. Und generell müssen wir daran arbeiten, dass wieder mehr Produktion von Wirkstoffen in Europa passiert, das Coronavirus ist ein Weckruf für uns alle".

(APA/Red)

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