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Rückgang bei den Einbürgerungszahlen in Vorarlberg

Wien/Schwarzach - In den ersten drei Quartalen 2010 wurde laut Statistik Austria an insgesamt 4.310 Personen die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen, um 26 Prozent weniger als von Jänner bis September 2009 (5.848 Personen). In Vorarlberg betrug der Einbürgerungsrückgang im Vergleichszeitraum 5,4 Prozent.

Die Zahl der Einbürgerungen bleibt damit, laut Statistik Austria, wie schon in den letzten Jahren, stark rückläufig. Im Vergleichszeitraum der Jahre 2003 bzw. 2004 war noch die siebenfache Zahl an Einbürgerungen zu beobachten. Maßgeblich für diese Entwicklung sind restriktivere Einbürgerungsbestimmungen, aber auch der Rückgang der Zuwanderung nach dem Höhepunkt zu Beginn der 1990er Jahre.

Unterdurchschnittlicher Rückgang in Vorarlberg

Mit Ausnahme von Kärnten wurden in den ersten neun Monaten 2010 in allen Bundesländern weniger Personen eingebürgert als von Jänner bis September 2009. Die Rückgänge sind jedoch unterschiedlich hoch und reichen von weniger als ein Zehntel in Vorarlberg bis zwei Fünftel in Niederösterreich und Wien.

Nur in Kärnten gab es einen Zuwachs: Hier erhielten 358 Personen die österreichische Staatsbürgerschaft, um drei Fünftel mehr als im Vergleichszeitraum 2009 (damals 224 Personen). Allerdings haben vor 2010 auch in Kärnten – dem bundesweiten Trend entsprechend – die Einbürgerungszahlen stark abgenommen. In Wien sank die Zahl der Einbürgerungen um 41Prozent von 2.094 auf 1.244, in Niederösterreich um 39 Prozent von 896 auf 551 und in Oberösterreich um 26 Prozent von 951 auf 701 Personen.

Unterdurchschnittlich zurückgegangen sind die Einbürgerungszahlen schließlich in Tirol (von 474 auf 391; -18%), in der Steiermark (von 386 auf 328; -15%), in Salzburg (von 417 auf 358; -14%), im Burgenland (von 96 auf 85; -11%) undin Vorarlberg (von 299 auf 283; -5,4%). In den ersten drei Quartalen 2010 wurden 11 Personen mit Auslandswohnsitz eingebürgert, genauso viele wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Verleihungen auf Grund eines Rechtsanspruchs

Insgesamt erhielt in den ersten drei Quartalen 2010 knapp jeder bzw. jede fünfte Eingebürgerte die Staatsbürgerschaft im Ermessen (809 Männer und Frauen), darunter 764 Personen nach mindestens zehnjährigem Wohnsitz (§10, Abs. 1, Staatsbürgerschaftsgesetz). Fast die Hälfte der Einbürgerungen (2.050 oder 48%) erfolgte auf Grund eines Rechtsanspruchs: 854 Personen wurden nach der Bestimmung §11a, Abs. 4 “mindestens sechsjähriger Wohnsitz in Österreich und besonders berücksichtigungswürdige Gründe” (z.B. Geburt in Österreich, EWR-Staatsangehörigkeit oder asylberechtigt) eingebürgert; weiteren 422 Personen wurde die Staatsbürgerschaft auf Grund des “15-jährigen Wohnsitzes in Österreich und nachhaltiger Integration” sowie nach “30-jährigem Wohnsitz” (§12, Z1) verliehen; auf 463 Frauen und Männer traf der Einbürgerungsgrund “Ehe mit einem Österreicher bzw. einer Österreicherin” (§11a, Abs. 1 und 2) zu.

Hat die antragstellende Person Familienangehörige (Ehepartner bzw. Ehepartnerin sowie minderjährige Kinder), die im gemeinsamen Haushalt leben, kann auch für diese unter dem Titel “Erstreckung der Verleihung” die österreichische Staatsbürgerschaft mit beantragt werden. In den Monaten Jänner bis September 2010 traf dieser Rechtsgrund auf ein Drittel der Einbürgerungen zu und zwar auf 179 Ehegatten (§16) und 1.272 minderjährige Kinder (§17).

Bosnien und Herzegowina an erster Stelle

Unter den über 100 Ländern der bisherigen Staatsangehörigkeit fallen knapp zwei Drittel der Verleihungen des aktuellen Jahres auf fünf Nationalitäten: Bosnien und Herzegowina ist mit 855 Personen (20% aller Eingebürgerten) absoluter Spitzenreiter, gefolgt von der Türkei (678; 16%), Serbien (576; 13%), Kroatien (318; 7%) und dem Kosovo (314; 7%). Zwei von fünf Personen (39%), an die die österreichische Staatsangehörigkeit verliehen wurde, sind bereits in Österreich geboren.

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