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Raumfahrt: Ablösung für ISS-Besatzung

Gemeinsam mit der neuen Besatzung der Internationalen Raumstation ISS ist der fünfte zahlende Weltraumtourist ins All gestartet. Sie sollten die ISS am Montagabend erreichen.

Die Kosmonauten Fjodor Jurtschichin und Oleg Kotow sowie der US-Milliardär Charles Simonyi hoben an Bord einer Sojus-Kapsel vom Weltraumbahnhof Baikonur ab.

Der Start in Kasachstan am Samstagabend verlief reibungslos. Für Simonyi werde damit ein Traum wahr, sagte eine Freundin des 58-Jährigen, die den Start verfolgte. „Das war das beste, was ich in meinen Leben gesehen habe“, sagte Victoria Scott.

Simonyi, einer der maßgeblichen Entwickler der Microsoft-Programme Word und Excel, hat 25 Millionen Dollar (19 Millionen Euro) für die Reise bezahlt. Der in Ungarn geborene Gast-Astronaut soll mit seinen Begleitern Experimente durchführen, bevor er am 20. April zur Erde zurückkehrt. Jurtschichin und Kotow bleiben im All und lösen die bisherigen ISS-Astronauten Michail Tjurin und Miguel Lopez-Alegria ab.

Vor dem Start habe er den Tag damit verbracht, zum Friseur zu gehen und sich massieren zu lassen, schrieb Simonyi in einem Internet-Blog, das er auch während seines Aufenthalts im All weiterführen sollte. Außerdem habe er einen Film aus der Sowjet-Zeit angesehen. Simonyi hat seit Oktober im Ausbildungszentrum bei Moskau für die Weltraumreise trainiert. Vor ihm flogen bereits der US-Geschäftsmann Dennis Tito, der südafrikanische Unternehmer Mark Shuttleworth, der US-Unternehmer Gregory Olsen und die amerikanisch-iranische Geschäftsfrau Anousheh Ansari als zahlende Gäste zur ISS.

Am Freitag erhielt der Milliardär Besuch von einer Freundin, der amerikanischen Lifestyle-Ratgeberin Martha Stewart. Zum Schutz der Besatzung vor Bakterien war direkter Kontakt allerdings nicht gestattet: Beide trennte eine Glasscheibe. Stewarts Ankunft in Baikonur löste Spekulationen aus, das Paar werde vor dem Start seine Verlobung bekannt geben. Simonyi und Stewart sind seit etwa zehn Jahren befreundet, einige Klatschblätter vermuten eine Romanze.

Simonyi fühle sich großartig, er sei fit und gut trainiert, sagte die 65-Jährige. Sie wählte das Gourmet-Menü aus, das der zahlende Tourist seinen Begleitern im All spendiert. Als Abwechslung von der eher kargen Astronautenkost werden dann unter anderem geröstete Wachtel in Madeiraweinsoße, Entenbrust mit Kapern und Reispudding mit kandierten Früchten gereicht. Als Talisman nahm der Weltraumtourist eine alte Lochkarte mit ins All.

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