Rauch sieht realistische Chancen für die Grünen

"Muss zu meinem Glück nicht Landesrat werden".
"Muss zu meinem Glück nicht Landesrat werden". ©VOL.AT/Hofmeister
Im politischen Geschehen im westlichsten Bundesland ist Vorarlbergs Grünen-Chef Johannes Rauch seit Jahren eine Konstante. Unter seiner Führung haben die Grünen einen steten, wenn auch langsamen Aufstieg vollzogen. Bei der Landtagswahl am 21. September tritt Rauch mit dem Ziel an, die Oppositionsbank endgültig zu verlassen.

Der 55-jährige Rauch macht keinen Hehl daraus, dass er die Absolute der ÖVP für Geschichte hält. Dementsprechend hoch sind auch seine Erwartungen für die Grünen. Geht es nach ihm, sollte die Westachse der Schwarz-Grünen Regierungen mit Vorarlberg geschlossen werden. Der Volkspartei signalisierte Rauch deshalb auch Gesprächsbereitschaft im Anschluss an die Wahl und äußerte sich zuversichtlich, bei den Themen “eine gemeinsame Schnittmenge mit der ÖVP” zu finden. Seine Einschränkung: In einem gemeinsamen Regierungsprogramm müsste sich rund um die zentralen Inhalte der Grünen “etwas bewegen”.

Grüne als “Ideengeber und Innovationstreiber”

Seine 2009 gemachte Ankündigung, eventuell 2014 bereits nicht mehr im Wahlkampfteam zu sein, ist damit freilich Geschichte, auch der Bundespolitik hat der Grünen-Chef den Rücken gekehrt. Mittlerweile ist er nur mehr im erweiterten Bundesvorstand seiner Partei vertreten. Dennoch könnte die Wahl am 21. September die vielleicht letzte des Vorarlberger Vorstandssprechers sein, soll doch in den kommenden fünf Jahren der Generationenwechsel zumindest vorbereitet werden. Mit Nina Tomaselli und Daniel Zadra sind zudem auch erste aussichtsreiche Nachwuchspolitiker an wählbarer Stelle auf den Listen vertreten.

Der ehemalige Sozialarbeiter Rauch versteht sich und seine Partei nach wie vor als Ideengeber und Innovationstreiber im Ländle. Mit der Energieautonomie oder dem 365-Euro-Ticket für den Öffentlichen Verkehr haben die Grünen in den vergangenen fünf Jahren auch Themen angestoßen, über die mittlerweile im Vorarlberger Landtag Konsens herrscht. Im Vorarlberger Wahlkampf sieht es der Grünpolitiker als seine Aufgabe, die Wichtigkeit eines “bestmöglich krisensicheren” Vorarlberg hervorzustreichen. Im Klartext: weg vom Öl und Gas, hin zur Energiewende und hin in Richtung Bioland und Mehrversorgung mit eigenen Lebensmitteln.

Rauch gilt als volksnah

Im Umgang mit seinen Wählern ist der Grünen-Chef in den Jahren volksnah geblieben. Um Anfragen per Mail und über soziale Netzwerke kümmert er sich noch immer selbst, daran soll sich auch künftig nichts ändern. Mindestens drei Stunden pro Tag investiert Rauch nach seinen Angaben in Postings auf Facebook und die Beantwortung von persönliche Anfragen in sozialen Netzwerken und per Mail.

Als Grüner der ersten Stunde – Rauch war in seiner Heimatgemeinde Rankweil 1987 Mitbegründer des “Grünen Forums” – erreichte er mit seiner Fraktion kontinuierlich Wahlerfolge, bei der Landtagswahl 2009 allerdings nur ein Plus von 0,4 Prozentpunkten. Beflügelt haben die Grünen die Ergebnisse der Nationalratswahl 2013 (17 Prozent) und der EU-Wahl (23,3 Prozent), bei der sie sogar Platz zwei hinter der Volkspartei belegten.

Großer Motivationsschub

Für 21. September sieht Rauch einen großen Motivationsschub, dennoch geht er entspannt in den Wahlkampf. Nach einer Krebserkrankung vor rund zehn Jahren und einer Auszeit, die er sich unmittelbar nach der vergangenen Nationalratswahl nahm, sei er nun “anders gepolt”. “Ich muss zu meinem Glück nicht Landesrat werden”, sagte er gegenüber der APA. Es gehe ihm um das Land Vorarlberg, er werde deshalb alles geben, damit die Grünen ihr Ziel von 30.000 Stimmen erreichen. Sein Credo für den Wahlkampf: “Wann immer Du schlafen kannst, schlafe. Wann immer Du Sport machen kannst, mache Sport und reduziere deinen Alkoholkonsum gegen Null.”

Rauch wurde am 24. April 1959 geboren, ist seit 1981 verheiratet und Vater zweier Töchter. Der diplomierte Sozialarbeiter ist seit Februar 2004 Berufspolitiker. Zuvor führte er seit 1997 die Geschäfte der im selben Jahr gegründeten “Arbeitsinitiative für den Bezirk Feldkirch”. Politisch war er von 1990 bis 1996 als Umweltgemeinderat in Rankweil aktiv. Bei den Vorarlberger Grünen sitzt er seit 1995 im Landesvorstand, zwei Jahre später wurde er nach einer Stichwahl gegen Grünen-Legende Kaspanaze Simma Vorstandssprecher. Seinen Ausgleich findet Rauch beim Laufen und Radfahren.

(APA)

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